Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


professoren_webseiten:rebholz:emv-labor

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
professoren_webseiten:rebholz:emv-labor [2026/04/22 09:14] – [Impedanzanalysator] hrebholzprofessoren_webseiten:rebholz:emv-labor [2026/04/22 09:14] (aktuell) – [Aufgabe 11] hrebholz
Zeile 1033: Zeile 1033:
  
   * Bei einfachen Bauteilen wie Kondensatoren gelingt diese Anpassung in der Regel sehr zuverlässig. Bei komplexeren Bauteilen kann eine manuelle Nachjustierung erforderlich sein. In diesem Fall können die Parameter im Ersatzschaltbild gezielt angepasst werden.   * Bei einfachen Bauteilen wie Kondensatoren gelingt diese Anpassung in der Regel sehr zuverlässig. Bei komplexeren Bauteilen kann eine manuelle Nachjustierung erforderlich sein. In diesem Fall können die Parameter im Ersatzschaltbild gezielt angepasst werden.
-==== Aufgabe 11 ====  +==== Aufgabe 11 ====
  
-Bei der Auswahl der Filterelemente geht man üblicherweise wie folgt vor:+Bei der Auswahl geeigneter Filterelemente wird üblicherweise wie folgt vorgegangen:
  
-**Schritt 1:**\\ +**Schritt 1:** \\ 
-Bestimmen der dominierenden Störgröße (Gleich- oder Gegentaktstörung). Diese Aufgabe haben wir bereits erledigtWir kennen nun die Größe gegen die wir hauptsächlich etwas unternehmen müssen. Typischerweise sind Gegentaktstörungen für tiefe Frequenzen dominant, Gleichtaktstörungen für Frequenzen ab ca. 10 MHz. Der Übergang zwischen den dominanten Störgrößen hängt hauptsächlich vom Aufbau ab, wobei es keinen allgemeine Regel gibt in welchem Frquenzbereich eine Störgröße dominiert.\\ +Bestimmung der dominierenden Störgröße (Gleich- oder Gegentaktstörung). Diese Aufgabe wurde bereits durchgeführtEs ist bekannt, gegen welche Störgröße primär Maßnahmen erforderlich sind. Typischerweise dominieren Gegentaktstörungen im niedrigen Frequenzbereichwährend Gleichtaktstörungen häufig ab etwa 10 MHz relevant werden. Der genaue Übergangsbereich hängt jedoch stark vom konkreten Aufbau ab und lässt sich nicht allgemeingültig festlegen. \\
-**Schritt 2:**\\ +
-Mit dem Wissen über die dominante Störgröße suchen wir uns nun ein geeignetes Filterelement aus und überprüfen in einer erneuten Messung die WirkungDa die Grenzwerte stets auf "nodale" Größen, also gegen Referenzmasse bezogen sind müssen wir nun noch überprüfen ob durch das +
-Filterelement auch eine Wirkung gegenüber den Grenzwerten erzielt werden kann. +
-Bei der Bewertung der Filterelemente stellen wir stets Messungen gegenüber mit / ohne Filterelement sowohl für Gleich-/ Gegentaktwirkung, als auch für die nodalen Größen.  +
-\\ +
-**Schritt 3:**\\ +
-Wir wiederholen die Schritte mit verschiedenen Filterelementen bis wir die Grenzwerte einhalten oder uns die Ideen ausgehen :-(\\ +
-Sollte das der Fall sein bleibt nur noch die Möglichkeit die Filterstruktur zu ändern (also alles von Vorne) oder nach der Quelle der Störungen zu suchen. Ist die Störquelle bekannt ist es vielleicht möglich durch eine Layoutänderung die EMV-Eigenschaften zu verbessern oder lokale  +
-Filter einzufügen. In vielen Fällen kann ein weiteres Hardwaremuster jetzt nicht mehr abgewendet werden. Für den Projektzeitplan hat dies ggf. fatale Folgen. +
  
-**Glück des Tüchtigen:**\\ +**Schritt 2:** \\ 
-Auch Lösungen die auf den ersten Blick nichts mit den Versorgungsleitungen zu tun haben können helfen\\ +Basierend auf der dominierenden Störgröße wird ein geeignetes Filterelement ausgewählt und dessen Wirkung durch erneute Messungen überprüftDa die Grenzwerte auf nodale Größen (Bezug zur Referenzmasse) bezogen sind, muss zusätzlich bewertet werden, ob das Filter auch in Bezug auf die Grenzwerte wirksam ist.
-Probieren Sie es doch einfach aus:\\ +
-  * Filter im Ausgangspfad (an der Last) +
-  * Ferrite auf der Zuleitung (können zur Not auch noch spät im Projekt angebracht werden) +
-  * Ferrit im Ausgangspfad (Heizelement)+
  
 +Zur Bewertung werden stets Vergleichsmessungen durchgeführt:
 +  * mit und ohne Filterelement
 +  * für Gleich- und Gegentaktanteile
 +  * sowie für die resultierenden nodalen Größen \\
  
-**Fazit:**\\ +**Schritt 3:** \\ 
-EMV-Optimierungen in einer späten Musterphase (C-Muster bzw. Vorserie) sind viel zu spät. Treten Grenzwertüberscheitungen auf die durch reine Bauteilanpassungen nicht mehr behebbar sind muss ein neuer Musterstand eingeplant werden.+Die Schritte werden mit unterschiedlichen Filterelementen wiederholt, bis die Grenzwerte eingehalten werden oder keine weiteren Optimierungsmöglichkeiten ersichtlich sind.
  
 +Falls dies nicht zum Erfolg führt, bleibt nur:
 +  * eine Anpassung der Filterstruktur (Neudesign),
 +  * oder die gezielte Analyse und Reduktion der Störquelle.
 +
 +Ist die Störquelle identifiziert, kann diese oft durch Layoutoptimierungen oder lokale Filtermaßnahmen reduziert werden. In vielen Fällen ist jedoch ein neuer Hardwarestand erforderlich, was Auswirkungen auf den Projektzeitplan haben kann.
 +
 +**Glück des Tüchtigen:** \\
 +Auch Maßnahmen außerhalb der direkten Versorgungspfade können wirksam sein. Beispiele:
 +  * Filter im Ausgangspfad (an der Last)
 +  * Ferrite auf den Versorgungsleitungen
 +  * Ferrite im Ausgangspfad (z. B. am Heizelement)
 +
 +**Fazit:** \\
 +EMV-Optimierungen in späten Entwicklungsphasen (z. B. C-Muster oder Vorserie) sind kritisch. Können Grenzwertüberschreitungen nicht mehr durch einfache Bauteilanpassungen behoben werden, ist in der Regel ein neuer Hardwarestand erforderlich.
  
 <WRAP center round todo 60%> <WRAP center round todo 60%>
-  - Messen Sie den Betrag der Impedanz verschiedener Kondensatoren und überlegen Sie ob diese als X-Kondensatorelement zum Einsatz kommen könnenStellen Sie den Impedanzverlauf verschiedener Kondensatoren gegenüber.  +  - Messen Sie den Betrag der Impedanz verschiedener Kondensatoren und bewerten Sie deren Eignung als X-KondensatorenVergleichen Sie die Impedanzverläufe
-  - Suchen Sie nach der besten Filterlösung für unser Produkt +  - Finden Sie die optimale Filterlösung für das gegebene System. 
-  - Erklären Sie warum in unserem Beispiel keine Y-Kondensatoren zum Einsatz kommen können. +  - Erklären Siewarum in diesem Aufbau keine Y-Kondensatoren eingesetzt werden können. 
-  - Erstellen Sie einen EMV-Prüfbericht mit dem Fazit und Endergebnis+  - Erstellen Sie einen EMV-Prüfbericht mit Fazit und Endergebnis.
 </WRAP> </WRAP>
  
-Hinweis: Die von uns hier entwickelte Sitzheizung reicht nur für einen kleinen SitzDie Sitzheizung in modernen Fahrzeugen hat eine Leistung von mehreren hundert Watt. +Hinweis: Die hier entwickelte Sitzheizung ist für Demonstrationszwecke ausgelegtIn realen Anwendungen erreichen Sitzheizungen Leistungen von mehreren hundert Watt.
professoren_webseiten/rebholz/emv-labor.txt · Zuletzt geändert: 2026/04/22 09:14 von hrebholz

Donate Powered by PHP Valid HTML5 Valid CSS Driven by DokuWiki