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professoren_webseiten:rebholz:emv-labor

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professoren_webseiten:rebholz:emv-labor [2026/04/22 09:07] – [Aufgabe 8] hrebholzprofessoren_webseiten:rebholz:emv-labor [2026/04/22 09:14] (aktuell) – [Aufgabe 11] hrebholz
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   - Entspricht das Ergebnis Ihren Erwartungen? Falls nicht, versuchen Sie, das Problem mithilfe einer einfachen Simulation zu erklären.   - Entspricht das Ergebnis Ihren Erwartungen? Falls nicht, versuchen Sie, das Problem mithilfe einer einfachen Simulation zu erklären.
 </WRAP> </WRAP>
- ===== Teil3: Tiefsetzsteller / Hardwareaufbau =====+===== Teil 3: Tiefsetzsteller / Hardwareaufbau =====
  
-Im nächsten Schritt schauen wir die Hardware zum Versuch an. Die Schaltung enthält einen einfachen Tiefsetzsteller an dessen Ausgang ein Leistungswiderstand (PTC-Heizelement) angeschlossen ist (Nachbildung der Sitzheizung)+Im nächsten Schritt betrachten wir die Hardware des Versuchs. Die Schaltung enthält einen einfachen Tiefsetzstelleran dessen Ausgang ein Leistungswiderstand (PTC-Heizelement) angeschlossen istder die Sitzheizung nachbildet. 
-Das Pulsweitenverhältnis kann entweder über den bekannten Timerbaustein NE555 eingestellt werden oder über einen kleinen Mikrocontroller. Die Auswahl wird über Jumper eingestellt. \\ + 
-Dadurch haben wir die Möglichkeit unsere Sitzheizungssteuerung in verschiedenen Versionen unseren Kunden anzubieten:\\ +Das Pulsweitenverhältnis kann entweder über den bekannten Timerbaustein NE555 oder über einen kleinen Mikrocontroller eingestellt werden. Die Auswahl erfolgt über Jumper. \\ 
-Die **Basisversion** stellt die Wärmeleistung im Heizelement stufenlos ein und kann als günstige analoge Einstiegsversion angesehen werden. In der **Premiumvariante** kann sowohl die PWM-Frequenz als auch die Wärmemenge digital eingestellt werden. Zusätzlich werden wichtige Parameter + 
-auf einem Display ausgegeben welches für die spätere Anwendung appliziert werden kann.  \\ +Dadurch haben wir die Möglichkeitunsere Sitzheizungssteuerung in verschiedenen Varianten anzubieten:   
- Nachfolgende Abbildung zeigt den fertigen Aufbau der Platine.+Die **Basisversion** erlaubt eine stufenlose Einstellung der Heizleistung und kann als kostengünstige analoge Einstiegsversion betrachtet werden. In der **Premiumvariante** können sowohl die PWM-Frequenz als auch die Heizleistung digital eingestellt werden. Zusätzlich werden wichtige Parameter auf einem Display ausgegeben, das später in der Anwendung genutzt werden kann. \\ 
 + 
 +Die folgende Abbildung zeigt den fertigen Aufbau der Platine:
 {{ :professoren_webseiten:rebholz:platine_einleitung1.jpg?600 |}} {{ :professoren_webseiten:rebholz:platine_einleitung1.jpg?600 |}}
  
-<color #ed1c24>**ACHTUNG: Auf dem Bild ist der Arduino falsch herum aufgesteckt!!! Dummybild ...**</color>+<color #ed1c24>**ACHTUNG: Auf dem Bild ist der Arduino falsch herum aufgesteckt. Es handelt sich nur um ein Dummybild.**</color> 
 + 
 +Die Platine enthält mehrere Jumper zur Aktivierung bzw. Deaktivierung einzelner Filterelemente sowie zur Auswahl zwischen der Ansteuerung über den Timer-IC oder den Arduino. Da ein Jumper gemäß Datenblatt nur etwa 3 A führen kann, werden zur Überbrückung der Gleichtaktdrossel (CMC) bzw. der Induktivität jeweils zwei Jumper parallel geschaltet. Über einen Net-Tie wird die Trennung zwischen Leistungs- und Logikpfad realisiert.
  
-Die Platine enthält einige Jumper zur Aktivierung/Deaktivierung einzelner Filterelemente, sowie der Auswahl der Steuerung über den Timer-IC oder über den Arduino. Da ein Jumper entsprechend dem Datenblatt nur etwa drei Ampere tragen kann, werden zur Überbrückung der Gleichtaktspule (CMC) bzw der Spule jeweils zwei Jumper parallell geschlatet. Über einen Net-Tie wird die Trennung des Leistungs- und Logikpfad umgesetzt. 
 {{ :professoren_webseiten:rebholz:layout_schematic.png?800 |}} {{ :professoren_webseiten:rebholz:layout_schematic.png?800 |}}
  
-Infos zu den einzelnen Bauelemente können über den Distributor abgerufen werden:+Informationen zu den einzelnen Bauelementen können über den Distributor abgerufen werden:
 {{ :professoren_webseiten:rebholz:bestellung_mouser.xls |}}; {{ :professoren_webseiten:rebholz:bestellung_reichelt.xls |}} {{ :professoren_webseiten:rebholz:bestellung_mouser.xls |}}; {{ :professoren_webseiten:rebholz:bestellung_reichelt.xls |}}
  
-Das Platinen-Layout bietet in der EMV immer Ausbreitungs- und Einkoppelpfade an. Deshalb gibt es hier bereits Maßnahmen um negative Auswirkungen zu minimieren. Prinzipiell gilt es, kritische Pfade (Hochstrom, Hochfrequenz, ...) möglichst kurz zu halten. Große Schleifen sollten vermieden werden um vor allem induktive Einkopplungen zu vermeiden. Dies wurde für die Ansteuerung über den Arudino und den Timer-IC nur bedingt eingehalten, da die Platine auch übersichtlich und zugänglich für Änderungen über die Potentiometer sein sollEbenfalls sollte der EMV-Filter mit seinen einzelnen Bestandteilen per Hand über die Jumper zuschaltbar sein. Für die Platine wurden trotzdem bereits mehrere gängige Maßnahmen im Layout berücksichtigt, um die Emmissionen der Schaltung zu reduzieren. Diese werden im folgenden kurz aufgelistet: +Das Platinenlayout beeinflusst stets die Ausbreitungs- und Einkoppelpfade elektromagnetischer Störungen. Deshalb wurden bereits im Layout Maßnahmen berücksichtigt, um negative EMV-Effekte zu minimieren. Grundsätzlich gilt, dass kritische Pfade (Hochstrom, hochfrequente Signale usw.) möglichst kurz gehalten werden sollten. Große Schleifen sind zu vermeiden, insbesondere um induktive Einkopplungen zu reduzieren. 
-  * Trennung des Leistungpfad und des Logikpfad: Teilung der Masseflächen in Power-Ground und Logic-Ground + 
-  * Vorhalt eines RC-Snubbers zur Bedämpfung der Überschwingungen am MOSFET +Dies wurde bei der Ansteuerung über den Arduino und den Timer-IC nur teilweise umgesetzt, da die Platine zugleich übersichtlich und für Änderungen über Potentiometer gut zugänglich bleiben sollteAußerdem sollte der EMV-Filter über Jumper manuell zuschaltbar sein. 
-  * Stützkondensatoren/Bypasskondensatoren möglichst nahe am betroffenen Baustein + 
-  * Verbindung der Masseflächen an einer //ruhigen// Stelle  +Für die Platine wurden dennoch mehrere gängige EMV-Maßnahmen berücksichtigt. Diese sind nachfolgend aufgelistet: 
-  * EMV-Filter ohne Massefläche um galvanisch Weg durch den Filter zu erzwingen+ 
 +  * Trennung von Leistungspfad und Logikpfad durch Aufteilung der Masseflächen in Power Ground und Logic Ground 
 +  * Bereitstellung eines RC-Snubbers zur Dämpfung von Überschwingungen am MOSFET 
 +  * Platzierung von Stütz- bzw. Bypasskondensatoren möglichst nahe an den betroffenen Bausteinen 
 +  * Verbindung der Masseflächen an einer ruhigen“ Stelle 
 +  * Ausführung des EMV-Filters ohne durchgehende Masseflächeum einen galvanischen Pfad durch den Filter zu erzwingen 
 {{ :professoren_webseiten:rebholz:layout_platine.png?800 |}} {{ :professoren_webseiten:rebholz:layout_platine.png?800 |}}
  
-Falls Sie das Layout im CAD anschauen möchten und KiCAD installiert haben: {{ :professoren_webseiten:rebholz:emv_projekt.zip |}}+Falls Sie das Layout im CAD betrachten möchten und KiCad installiert haben: 
 +{{ :professoren_webseiten:rebholz:emv_projekt.zip |}}
  
 (Alte Version: {{ :professoren_webseiten:rebholz:kicad_emv_projekt.zip |}}) (Alte Version: {{ :professoren_webseiten:rebholz:kicad_emv_projekt.zip |}})
  
-Sicherlich wurde der Platz nicht optimal ausgenutzt, dies ist aber auch der komfortablen Nutzung der Platine geschuldet. Sehr gut zu erkennen ist der Platzbedarf des EMV-Eingangsfilters. Es ist üblich bereits zu Entwicklungsbeginn etwa ein Drittel des verfügbaren Bauraum bzw. der Platine als Vorhalt für EMV-Maßnahmen zu berücksichtigen.+Sicherlich wurde der verfügbare Platz nicht optimal ausgenutzt. Dies ist jedoch der komfortablen Nutzung der Platine geschuldet. Gut erkennbar ist insbesondere der Platzbedarf des EMV-Eingangsfilters. Es ist üblichbereits zu Beginn der Entwicklung etwa ein Drittel des verfügbaren Bauraums bzw. der Leiterplatte für mögliche EMV-Maßnahmen vorzusehen. 
 +==== Gate-Treiber ==== 
 + 
 +In unserem einfachen Tiefsetzsteller wurde in der Simulation und im Grundmodell eine Freilaufdiode verwendet. Dies ist prinzipiell korrekt. Zur Reduktion der Durchlassverluste – an einer Diode fällt stets eine Vorwärtsspannung ab – wird diese in der Praxis jedoch häufig durch einen zweiten MOSFET ersetzt. Daraus ergibt sich die typische Halbbrücken-Konfiguration. 
 + 
 +MOSFETs können als spannungsgesteuerte Schalter betrachtet werden. Wird zwischen Gate und Source eine ausreichend positive Spannung angelegt, kann ein Strom zwischen Drain und Source fließen (Drainstrom), sowohl in positiver als auch in negativer Richtung. 
 + 
 +Eine Herausforderung dieser Konfiguration besteht darin, dass das Source-Potenzial des oberen MOSFETs (High-Side MOSFET) nicht auf Masse liegt. Zur Ansteuerung dieses Transistors ist daher eine zusätzliche Schaltung erforderlich. \\ 
 + 
 +Hierfür werden häufig sogenannte Bootstrap-Treiber eingesetzt. Dabei handelt es sich um integrierte Schaltungen, die mithilfe eines geladenen Kondensators (Bootstrap-Kondensator) eine Gate-Source-Spannung für den High-Side MOSFET erzeugen. Während der Einschaltphase wird der Kondensator zwischen Gate und Source geschaltet und aktiviert den MOSFET. Während der Ausschaltphase wird der Kondensator über einen Ladepfad wieder aufgeladen und steht für den nächsten Schaltvorgang bereit. \\ 
 + 
 +Die folgende Abbildung zeigt die Grundschaltung eines Bootstrap-Treibers aus dem Datenblatt. Das zentrale Element ist der Bootstrap-Kondensator (grün markiert) sowie dessen Ladepfad (orange).
  
-==== Gate- Treiber ==== 
-Unseren einfachen Tiefsetzsteller haben wir in der Simulation und im Erklärmodell mit einer Freilaufdiode ausgestattet. Das ist prinzipiell richtig, allerdings wird zur Reduktion der Durchlassverluste (an einer Diode fällt ja stets die Vorwärtsspannung ab) die Diode durch einen zweiten Mosfet ersetzt. Dadurch ergibt sich die typische und oft eingesetzte Halbbrücken-Konfiguration. Mosfets kann man sich als spannungsgesteuerte Schalter vorstellen. Wird eine positive Spannung zwischen den Anschlüssen Gate und Source angelegt, kann ein Strom (positiv wie negativ) durch den Mosfet fließen (Drainstrom, zwischen Drain und Source). Nachteilig in dieser Konfiguration ist, dass das Source-Potential des oberen Mosfet (High-Side Mosfet) nicht auf Masse liegt. Um diesen Mosfet zu aktivieren müssen wir uns eine Trick einfallen lassen:\\ 
-Sehr häufig werden dazu sogenannte Boot-Strap Treiber eingesetzt. Das sind fertige IC-Lösungen welche zum aktivieren des High-Side Mosfet einen geladenen Kondensator (Boot-Strap Kondensator) mit Gate und Source verbindet. Dadurch wird der Mosfet aktiviert. Während der "Aus-Phasen" des High-Side Mosfet wird dieser Kondensator wieder nachgeladen und ist dann für den nächsten Einschaltvorgang bereit.\\ 
-Nachfolgende Abbildung zeigt die Grundschaltung der Bootstrap-Schaltung aus dem Datenblatt. Das zentrale Element ist der Bootstrap-Kondensator (Grün markiert) mit dessen Ladepfad (Orange). 
 {{ :professoren_webseiten:rebholz:bootstrap.jpg?800 |}} {{ :professoren_webseiten:rebholz:bootstrap.jpg?800 |}}
  
-In unserem Beispiel wird durch den Steuereingang "INein Logikpegel angelegt welcher direkt den High-Side Mosfet aktiviert. Gleichzeitig zu einer Aktivierung des High-Side Mosfet muss der Low-Side Mosfet deaktiviert werden da sich ansonsten eine direkter Kurzschluss der Spannungsversorgung ergeben würde. Ein sogenannter Brückenkurzschluss oder "heißer Zweig". Da Mosfets nicht unendlich schnell schalten können muss zwischen den Aktivierungen der Mosfets eine Totzeit eingefügt werden. In diesem Schaltzustand sind beide Mosfets deaktiviert. In unserer Schaltung kann die Totzeit über das Potentiometer RV4 eingestellt werden.+In unserem Beispiel wird über den Steuereingang IN“ ein Logiksignal angelegt, das den High-Side MOSFET aktiviert. Gleichzeitig muss der Low-Side MOSFET deaktiviert werdenda sonst ein direkter Kurzschluss der Versorgungsspannung entstehen würde (sogenannter Brückenkurzschluss oder „Shoot-Through“).
  
 +Da MOSFETs nicht ideal schnell schalten, muss zwischen dem Abschalten des einen und dem Einschalten des anderen Transistors eine Totzeit eingefügt werden. In dieser Zeit sind beide MOSFETs gesperrt. In der vorliegenden Schaltung kann diese Totzeit über das Potentiometer RV4 eingestellt werden.
 ==== NE555 ==== ==== NE555 ====
  
-Der integrierte Baustein NE555 ist ein Urgestein der Elektrotechnik. Wann immer eine einfache Timerlösung benötigt wird um z.B. eine LED blinken zu lassen kommt der Baustein schon seit Jahrzehnten zum Einsatz. Die Eigenschaften dieses Schaltvorgangs wird über dessen äußere Beschaltung vorgegeben. Mithilfe von Widerständen und einem Kondensator kann der NE555 ein periodisch wiederholtes Schaltsignal erzeugen. Dies eignet sich perfekt zum ansteuern der MOSFET bzw. des Gatetreibers.  +Der integrierte Baustein NE555 ist ein Klassiker der Elektrotechnik. Immer wenn eine einfache Timerlösung benötigt wird – beispielsweise zum Blinken einer LED – kommt dieser Baustein seit Jahrzehnten zum Einsatz. 
-{{ :professoren_webseiten:rebholz:ne555_beschaltung.jpg?500 |}}+
  
-Über das Widerstandsverhältnis in obiger Schaltung kann der Duty-Cycle am Ausgang des Timers eingestellt werden.+Die Eigenschaften des erzeugten Signals werden durch die externe Beschaltung festgelegt. Mithilfe von Widerständen und einem Kondensator kann der NE555 ein periodisches Schaltsignal erzeugen. Dieses eignet sich ideal zur Ansteuerung von MOSFETs bzw. eines Gate-Treibers. 
 + 
 +{{ :professoren_webseiten:rebholz:ne555_beschaltung.jpg?500 |}}
  
 +Über das Widerstandsverhältnis in der gezeigten Schaltung kann der Tastgrad (Duty Cycle) des Ausgangssignals eingestellt werden.
 ==== Arduino Nano ==== ==== Arduino Nano ====
  
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 ==== Aufgabe 9 ==== ==== Aufgabe 9 ====
  
-Jetzt geht es an die Inbetriebnahme der Schaltung. Organisieren Sie sich dazu im ersten Schritt eine Platine und alle benötigten Bauelemente. +Nun erfolgt die Inbetriebnahme der Schaltung. Organisieren Sie sich dazu zunächst eine Platine sowie alle benötigten Bauelemente. 
-Die Platine enthält auch einige SMD Bauteile. Falls Sie Hilfe benötigen beim Löten melden Sie sich bitte. Sie können den SMD-Lötplatz verwenden oder alternativ mit einer feinen Lötspitze arbeitensiehe [[https://www.youtube.com/watch?v=HE2Mh_2LP8I|Einführungsvideo]].\\ + 
-Lötanleitung [[https://wiki.ei.htwg-konstanz.de/studierende/anleitungen/loeten|(Interner Link, bitte anmelden) +Die Platine enthält auch einige SMD-Bauteile. Falls Sie Unterstützung beim Löten benötigen, melden Sie sich bitte. Sie können den SMD-Lötplatz verwenden oder alternativ mit einer feinen Lötspitze arbeiten (siehe Einführungsvideo). \\ 
-]]+Lötanleitung[[https://wiki.ei.htwg-konstanz.de/studierende/anleitungen/loeten|(Interner Link, bitte anmelden)]] \\
 \\ \\
 Allgemeine Hinweise: Allgemeine Hinweise:
-  * Orientieren Sie sich am Labormuster  +  * Orientieren Sie sich am Labormuster. 
-  * Achten Sie auf die richtige Polarität gepolter Bauelemente +  * Achten Sie auf die korrekte Polarität gepolter Bauelemente. 
-  * Alle ICs, Arduino und das Display werden auf Sockel montiert  +  * Alle ICs, der Arduino sowie das Display werden auf Sockel montiert. 
-  * Halten Sie sich an die nachfolgende Reihenfolge bei der Inbetriebnahme +  * Halten Sie sich an die nachfolgende Reihenfolge bei der Inbetriebnahme. 
-  * Die RC-Snubber (Dämpfungsschaltung parallel zu den Mosfetsbitte noch nicht mit auflöten +  * Die RC-Snubber (Dämpfungsschaltung parallel zu den MOSFETszunächst nicht bestücken. 
-  * **Die Filterelemente noch nicht mit auflötenZur Funktion werden die Jumper über der Gleichtaktdrossel und der Filterspule benötigt!** +  * **Die Filterelemente zunächst nicht bestückenFür die Funktion werden die Jumper über der Gleichtaktdrossel und der Filterspule benötigt!**
  
 <WRAP center round todo 60%> <WRAP center round todo 60%>
-  - Nehmen Sie den Timerbaustein und den Mikrocontroller in Betrieb +  - Nehmen Sie den Timerbaustein und den Mikrocontroller in Betrieb. 
-  - Überprüfen Sie ob die PWM-Muster richtig ausgegeben werden und bestimmen Sie die einstellbaren Duty-Cycle Bereich +  - Überprüfen Sieob die PWM-Signale korrekt ausgegeben werdenund bestimmen Sie den einstellbaren Duty-Cycle-Bereich. 
-  - Erklären Sie warum der Duty-Cycle nicht von 0 ... 100% eingestellt werden kann (das ist so gewollt und kein Fehler) +  - Erklären Siewarum der Duty Cycle nicht von 0 % bis 100 % einstellbar ist (dies ist beabsichtigt und kein Fehler). 
-  - Löten Sie nun den Treiberbaustein auf und überprüfen Sie ob die Ansteuersignale für den Low-Side Mosfet richtig ausgegeben werden +  - Löten Sie anschließend den Treiberbaustein auf und überprüfen Sie die Ansteuersignale für den Low-Side MOSFET. 
-  - Welches Signal erwarten Sie für die Ansteuerung des High-Side Mosfet? Messen Sie das Signalworauf ist dabei zu achten? +  - Welches Signal erwarten Sie für die Ansteuerung des High-Side MOSFETs? Messen Sie dieses Signal – worauf ist dabei zu achten? 
-  - Installieren Sie die restlichen Bauelemente und überprüfen Sie ob die Schaltung funktioniert.  +  - Bestücken Sie nun die restlichen Bauelemente und überprüfen Sie die Funktion der Schaltung. 
-  - Überlegen Sie sich Kriterien wie Sie die Funktion der Schaltung mit den vorhandenen Messgeräten überprüfen können+  - Überlegen Sie sich geeignete Kriterien, mit denen Sie die Funktion der Schaltung mithilfe der vorhandenen Messgeräte überprüfen können.
 </WRAP> </WRAP>
  
-Achtung: Lötzinn ob bleihaltig oder nicht ist enthält giftige ChemikalienBitte waschen Sie sich nach Ihrer Arbeit sorgfältig die Hände. +Achtung: Lötzinn – unabhängig davon, ob bleihaltig oder bleifrei – enthält gesundheitsschädliche StoffeWaschen Sie sich nach der Arbeit sorgfältig die Hände.
 ===== Teil4: Messung und Entstörung ===== ===== Teil4: Messung und Entstörung =====
  
 Bei der Entwicklung unserer Sitzheizung müssen wir natürlich alle Verkaufsoptionen bei den EMV-Messungen berücksichtigen, also die Basis- und die Premiumvariante. B EMV-Messungen, zumindestens die Emissionsmessungen, haben prinzipiell immer einen ähnlichen Verlauf. Bei der Entwicklung unserer Sitzheizung müssen wir natürlich alle Verkaufsoptionen bei den EMV-Messungen berücksichtigen, also die Basis- und die Premiumvariante. B EMV-Messungen, zumindestens die Emissionsmessungen, haben prinzipiell immer einen ähnlichen Verlauf.
  
-==== Allgemeiner Messablauf ==== +==== Allgemeiner Messablauf ====
  
-Bevor es losgeht mit den Messungen müssen einige Vorarbeiten erledigt werden. Von vielen Kunden verlangt ist ein sogenannter EMV-Prüfplan. \\ +Bevor mit den Messungen begonnen wird, sind einige vorbereitende Schritte notwendig. Von vielen Kunden wird ein sogenannter EMV-Prüfplan gefordert. \\ 
-Der EMV-Prüflan enthält folgende Punkte+ 
 +Der EMV-Prüfplan enthält typischerweise folgende Punkte:
   * Einfache Funktionsbeschreibung   * Einfache Funktionsbeschreibung
   * Blockschaltbild des Prüflings   * Blockschaltbild des Prüflings
-  * Skizze zum Messaufbau mit Hilfsmittel+  * Skizze des Messaufbaus mit den verwendeten Hilfsmitteln
   * Einzuhaltende Grenzwerte   * Einzuhaltende Grenzwerte
   * Betriebszustände während der Messung   * Betriebszustände während der Messung
  
-Nach einer erfolgten Messung werden die Ergebnisse in den Prüfplan mit eingefügt und man erhält den **EMV-Prüfbericht**.+Nach Durchführung der Messungen werden die Ergebnisse in den Prüfplan integriert. Daraus entsteht der **EMV-Prüfbericht**.
  
-=== Schritt 1: Verifikation Messgerät === +=== Schritt 1: Verifikation des Messgeräts ===
-  +
-Diesen Schritt haben wir bereits beim Kennenlernen der Messgeräte durchgeführt. Wichtige Messgeräte müssen nicht nur regelmäßig kalibriert werden, sondern eigentlich vor jeder Messung auf die korrekte Arbeitsweise überprüft werden. +
-Stellen Sie sich vor Sie bereiten eine Abnahmemessung vor und durch einen Bedienfehler zeigt ein Messgerät zur geringe Ergebnisse an. Werden daraufhin tausende von Einheiten produziert und eine EMV-Problem wird erst spät erkannt - zum Beispiel +
-weil ein Kommunikationsverbindung eines selten genutzten Dienstes ausfällt - hat Ihre Firma ein Problem! +
  
-=== Schritt 2: Verifikation Systemaufbau ===+Dieser Schritt wurde bereits beim Kennenlernen der Messgeräte durchgeführt. Hochwertige Messgeräte müssen nicht nur regelmäßig kalibriert werden, sondern sollten idealerweise vor jeder Messung auf ihre korrekte Funktion überprüft werden.
  
-Im nächsten Schritt überprüfen wir ob sich Störungen von außen in unseren Messaufbau einschleichen. EMV-Messungen werden normalerweise in geschirmten Kabinen (EMV-Kabine oder Absorberhalle, engl. anechoic chamber) durchgeführtmit dem Ziel, dass +Ein Beispiel: Wird bei einer Abnahmemessung durch einen Bedienfehler ein zu niedriger Messwert angezeigt und daraufhin eine Serienproduktion gestartet, kann ein später entdecktes EMV-Problem (z. B. Ausfall einer selten genutzten Kommunikationsverbindung) erhebliche Konsequenzen haben. 
-keine Störungen nach außen treten können - bei Störfestigkeitsprüfungen - oder in unserem Fall für die Emissionsmessung keine Störungen von außen eindringen können und das Messergebnis verfälschenNicht nur von außen eindringende Signale sind ein Problem+ 
-Auch notwendige Messtechnik (z.B. CAN-Messtechnikoder Hilfsspannungsquellen können Störungen generieren die nicht vom Prüfling selber kommen. Im schlimmsten Fall erzeugt sich das Messgerät intern selber die Störungen welche dauerhaft im Spektrum sichtbar sind. +=== Schritt 2: Verifikation des Systemaufbaus === 
-Um hier alle Fehler auszuschließen und um sicherzustellen, dass die gemessenen Störungen auch von unserem Prüfling kommen machen wir eine **Leermessung** oder auch **Rauschmessung**. Dazu stellen wir das Messgerät entsprechend den Anforderungen der Norm im betrachteten + 
-Frequenzbereich und Bandbreite ein und führen eine Messung durch. Wichtig ist, dass dabei alle Leitungsverbindungen, Spannungsversorgung usw. aktiv bzw. vorhanden sind, der Prüfling bleibt allerdings inaktiv (Hauptschalter unterbrochen bzw. Spannungsversorgung abgezogen in unserem Fall).+Im nächsten Schritt wird überprüft, ob externe Störungen den Messaufbau beeinflussen. EMV-Messungen werden üblicherweise in geschirmten Umgebungen durchgeführt (EMV-Kabine oder Absorberhalle, engl. *anechoic chamber*), um externe Einflüsse zu minimieren. 
 + 
 +Neben externen Störungen können auch interne Quellen problematisch sein, zB.: 
 +  * zusätzliche Messtechnik (z. B. CAN-Messsysteme) 
 +  * Hilfsstromversorgungen 
 +  * das Messgerät selbst 
 + 
 +Zur Überprüfung wird eine **Leermessung** bzw. **Rauschmessung** durchgeführtDabei wird: 
 +  * der komplette Messaufbau inklusive Verkabelung aktiviert, 
 +  * der Prüfling jedoch nicht betrieben (z. B. Spannungsversorgung getrennt)
 + 
 +So kann sichergestellt werden, dass gemessene Signale tatsächlich vom Prüfling stammen.
  
 === Schritt 3: Bestandsaufnahme === === Schritt 3: Bestandsaufnahme ===
  
-Jetzt geht es darum ein Gefühl dafür zu bekommen ob das Gerät eventuell bereits die Grenzwerte einhält oder ob wir durch Hardwaremaßnahmen nachbessern müssenWährend der Bestandsaufnahme wird der Prüfling in definierte Zustände gebracht (typische Anwendungsfälle), die Emissionen gemessen +Im dritten Schritt wird bewertet, ob der Prüfling die Grenzwerte bereits einhält oder ob Maßnahmen erforderlich sindDazu wird der Prüfling in verschiedene typische Betriebszustände versetzt und die Emissionen gemessen. 
-und gegenüber den Grenzwertlinien bewertet. Bei einer Kundenentwicklung werden die Betriebszustände und der Messaufbau mit dem Auftraggeber abgesprochen. Bei Plattformentwicklungen, also Vorausentwicklungen eines Zulieferers können Sie die Zustände selber sinnvoll festlegen.+ 
 +Die Messergebnisse werden mit den zulässigen Grenzwerten verglichen  
 +Bei Kundenprojekten werden die Betriebszustände in der Regel abgestimmt. Bei Vorentwicklungen können diese eigenständig sinnvoll definiert werden.
  
 === Schritt 4: Entstörung === === Schritt 4: Entstörung ===
  
-Die ersten drei Schritte sind üblicherweise langweilig und laufen routiniert in vielen EMV-Laboren bzwEMV-Abteilungen ab. Spannend wird es wenn die Grenzwerte überschritten sind und wir uns auf die Suche machen müssen nach geeigneten Gegenmaßnahmen. Zur Reduktion leitungsgebundener Emissionen kommen üblicherweise Filter in den Versorgungsleitungen zum Einsatz. In unserem EMV-Versuch haben wir es einfach, und müssen lediglich die Jumper über den Filterelementen entfernen. In der Realität gilt es geeignete Filterlemente auszuwählen entsprechend dem Bauraum und der geforderten Stromtragfähigkeit, Spannungsfestigkeit, usw.. Besonders bei der Auswahl geeigneter Filterelemente haben wir die Möglichkeit die Störungen in Gleich- und Gegentaktstörungen zu zerlegen und so die Filter gezielt im entsprechenden Frequenzbereich auszulegen.\\ +Die ersten drei Schritte verlaufen in der Praxis meist routiniert. Kritisch wird eswenn Grenzwerte überschritten werden und Maßnahmen zur Entstörung erforderlich sind.
-Falls das alles nichts hilft oder zu wenig Bauraum vorhanden ist muss die Schaltung optimiert werden. In detektivischer Arbeit gilt es dann herauszufinden welche Baugruppe für die Störungen verantwortlich ist um diese dann lokal zu bekämpfen bzw. das Layout ggf. zu optimieren.+
  
 +Zur Reduktion leitungsgebundener Emissionen werden typischerweise Filter in den Versorgungsleitungen eingesetzt. Im vorliegenden Versuch können diese einfach durch Entfernen der entsprechenden Jumper aktiviert werden.
  
 +In der Praxis müssen geeignete Filterelemente unter Berücksichtigung von:
 +  * Bauraum
 +  * Stromtragfähigkeit
 +  * Spannungsfestigkeit
 +ausgewählt werden.
  
 +Ein wichtiger Ansatz ist die Trennung von Gleich- und Gegentaktstörungen, um Filter gezielt auslegen zu können. \\
 +
 +Falls dies nicht ausreicht oder kein ausreichender Bauraum vorhanden ist, muss die Schaltung selbst optimiert werden. In einer detaillierten Analyse wird ermittelt, welche Baugruppe die Störungen verursacht, um gezielte Maßnahmen (z. B. Layoutoptimierung) umzusetzen.
  
 <WRAP center round info 60%> <WRAP center round info 60%>
-Hinweis: Wir betrachten für unseren Aufbau nur die Maximalwerte der StörungenDas bedeutet wir messen stets mit einem Spitzenwertdetektor. Durch die hohe Taktfrequenz des Tiefsetzstellers haben die verschiedenen Messverfahren Spitzenwert- Mittelwert- und Quasispitzenwert +Hinweis: In diesem Versuch werden ausschließlich Maximalwerte betrachtetDie Messung erfolgt daher mit einem Spitzenwertdetektor. Aufgrund der hohen Schaltfrequenz des Tiefsetzstellers liefern Spitzenwert-Mittelwert- und Quasispitzenwertdetektoren nahezu identische Ergebnisse.   
-nahezu identische Ergebnisse. Bewertet werden müssen stets die Störungen für beide Versorgungsklemmen (Bat + und Bat -).+Bewertet werden müssen die Emissionen an beiden Versorgungsklemmen (Bat+ und Bat).
 </WRAP> </WRAP>
  
-Die Schritte 1 3 werden üblicherweise im Prüfplan und Prüfbericht mit dokumentiert und deuten damit auf ein vertrauenswürdiges Ergebnis hin. Finale EMV-Prüfberichte werden nur mit eingehaltenen Grenzwerte veröffentlicht oder nach außen bzw. an den Kunden gegebenBei eingefügten Entstörmaßnahmen oder optimierten Schaltungen bzw. Layouts handelt es sich um technisches Know-How Ihrer Firma und Ihnen und wird entsprechend vertraulich behandelt! +Die Schritte 1 bis 3 werden üblicherweise im Prüfplan und im Prüfbericht dokumentiert und dienen als Nachweis für die Validität der Messergebnisse  
 +Finale EMV-Prüfberichte werden nur bei Einhaltung der Grenzwerte veröffentlicht bzw. an Kunden weitergegeben 
  
 +Maßnahmen zur Entstörung sowie optimierte Schaltungs- und Layoutlösungen stellen unternehmensspezifisches Know-how dar und werden entsprechend vertraulich behandelt.
 ==== Aufgabe 10 ====  ==== Aufgabe 10 ==== 
  
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 </WRAP> </WRAP>
  
-==== Entstörung ==== +==== Entstörung ====
  
-In unserem Beispiel gilt es die Grenzwerte der leitungsgebundenen Emissionen einzuhaltenDa in modernen Fahrzeugen, und dabei vor allem im Innenraum, sehr viel Elektronikkomponenten +In unserem Beispiel müssen die Grenzwerte für leitungsgebundene Emissionen eingehalten werdenIn modernen Fahrzeugen – insbesondere im Innenraum – ist eine hohe Dichte an elektronischen Komponenten vorhanden. Daher ist davon auszugehen, dass sehr strenge Grenzwerte an unsere Komponente gestellt werden.
-verbaut sind, müssen wir davon ausgehen, dass unsere Kunden die schärfsten Grenzwerte an unsere Komponente anlegen. Das bedeutet, wir müssen die Komponente entstören. Bisher haben wir den Eingangsfilter außen vorgelassen und ohne +
-jegliche Filterschaltung in den Versorgungsleitungen gemessen. In der Realität kommt keine Komponente ohne solche Filter am Eingang aus, womit diese immer im Design berücksichtigt werden müssen. Die Kunst besteht nun darin  +
-die Filterschaltung so klein wie notwendig und natürlich auch so günstig wie möglich darzustellen. Daher ist es immer schlauer die Entstehung hochfrequenter Emissionen zu verhindern, also die Störquelle zu reduzieren, als später deren +
-Auswirkungen zu unterdrücken. \\ +
-Die wichtigsten Layoutregeln lauten hier: +
-  * Masse stets so niederohmig wie möglich gestalten +
-  * Rückstrompfade nicht dem Zufall überlassen und dafür sorgen, dass diese nahe der Zuleitung verlaufen können +
-  * Strompfade bzwSchleifen so klein wie möglich halten+
  
-Während der Entwicklung der Platine in einem studentischen Projekt wurden einige Punkte bereits berücksichtigt. Da die Grenzwerte noch nicht ganz eingehalten werden können müssen wir nun eine geeignete Filterschaltung wählen+Dies bedeutet, dass eine gezielte Entstörung erforderlich ist. Bisher wurde der Eingangsfilter bewusst weggelassen, sodass Messungen ohne jegliche Filterung in den Versorgungsleitungen durchgeführt wurden. In der Praxis kommt jedoch keine elektronische Baugruppe ohne geeignete Eingangsfilter aus. Diese müssen daher bereits im Design berücksichtigt werden. 
-Nachfolgende Abbildung zeigt die möglichen Filterschaltungen die auf der Platine umgesetzt werden können:+ 
 +Die Herausforderung besteht darin, die Filterschaltung so klein und kostengünstig wie möglich auszulegen. Grundsätzlich gilt: Es ist immer effektiver, die Entstehung von Störungen zu minimieren, als deren Auswirkungen nachträglich zu unterdrücken. \\ 
 + 
 +Wichtige Layoutregeln sind: 
 +  * Masseverbindungen möglichst niederohmig ausführen 
 +  * Rückstrompfade gezielt führen und möglichst nahe an den zugehörigen Hinleitungen halten 
 +  * Stromschleifen möglichst klein halten 
 + 
 +Im Rahmen der bisherigen Entwicklung wurden bereits einige dieser Punkte berücksichtigt. Da die Grenzwerte jedoch noch nicht vollständig eingehalten werden, ist nun eine geeignete Filterschaltung zu implementieren
 + 
 +Die folgende Abbildung zeigt mögliche Filtertopologien, die auf der Platine realisiert werden können:
 {{ :professoren_webseiten:rebholz:filterschaltung.jpg?800 |}} {{ :professoren_webseiten:rebholz:filterschaltung.jpg?800 |}}
  
-Die Gleichtaktspule und die Filterinduktivität sind fest vorgegeben. Die Bauteile der Kondensatoren können Sie nach belieben wählen. Es muss lediglich der Footprint auf der Platine mit Ihrer Auswahl übereinstimmen. +Die Gleichtaktdrossel (L1) und die Filterinduktivität (L2) sind vorgegeben. Die Kondensatoren können frei gewählt werden, sofern ihre Bauform (Footprintmit dem Layout kompatibel ist. Die im Schaltplan angegebenen Werte dienen lediglich als Richtwerte.
-Die im Schaltplan angegebenen Werte sind Richtwerte und müssen nicht übernommen werden. In einem realen Projekt wäre die Schaltung vorgegeben und Sie als EMV- Ingenieur müssen nun mit dem vorhandenen Filerdesign das Beste Ergebnis erzielen.+
  
-Schauen Sie sich doch einfach mal die Datenblätter der Gleichtaktspule L1 {{ :professoren_webseiten:rebholz:744290121-1721527.pdf |}} und der Filterinduktivität L2 {{ :professoren_webseiten:rebholz:7447709220.pdf |}}im Datenblatt an. +In einem realen Projekt ist das Filterdesign häufig vorgegeben, und die Aufgabe besteht darinmit den vorhandenen Komponenten das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
-Dabei sind vor allem die Impedanzverläufe über der Frequenz interessant. Eine Spule soll ja hochfrequenten Strömen blockieren. Das bedeutet natürlich je höher die Impedanzdesto besser für uns. Auffällig ist natürlich jeweils, dass die Impedanz oberhalb +
-der Resonanzfrequenz drastisch abfällt.\\+
  
-==== Impedanzanalysator ==== +Betrachten Sie hierzu die Datenblätter der Gleichtaktdrossel L1   
 +{{ :professoren_webseiten:rebholz:744290121-1721527.pdf |}}   
 +und der Filterinduktivität L2   
 +{{ :professoren_webseiten:rebholz:7447709220.pdf |}}.
  
-Die verfügbaren Kondensatoren (X-Kondensatoren) können wir selber nachmessen mit unserem Impedanzanalysator\\+Besonders relevant ist der Impedanzverlauf über der FrequenzZiel ist es, hochfrequente Störströme zu blockieren, was einer möglichst hohen Impedanz entspricht. Auffällig ist jedoch, dass die Impedanz oberhalb der Eigenresonanzfrequenz der Bauteile stark abfällt. Dies muss bei der Auslegung der Filter berücksichtigt werden. 
 +==== Impedanzanalysator ====
  
 +Die verfügbaren Kondensatoren (X-Kondensatoren) können mit dem Impedanzanalysator vermessen werden. \\
 +
 +Der Impedanzanalysator dient zur Bestimmung der frequenzabhängigen Impedanz sowie der Phasenverschiebung eines Bauteils. In diesem Fall können Messungen im Bereich von 20 Hz bis 120 MHz durchgeführt werden. Die folgende Anleitung beschreibt die grundlegende Inbetriebnahme des Geräts.
  
-Der Impedanzanalysator dient dazu die Impedanz und die Phasenverschiebung eines beliebigen Bauteils zu ermitteln. In diesem Fall sind mit dem Gerät die Verläufe von 20Hz bis 120MHz darstellbar. Die folgende Einweisung soll helfen den Impedanzanalysator bis zur Betriebsfähigkeit einzustellen. 
 {{ :professoren_webseiten:rebholz:impedanzanalysator_emv_lavor.jpg?600 |}} {{ :professoren_webseiten:rebholz:impedanzanalysator_emv_lavor.jpg?600 |}}
  
-  Nach dem Hochfahren zeigt der Impedanzanalysator die Impedanz und die Phasenverschiebung in einem bestimmten Frequenzbereich an. Nun muss die verwendete Messeinrichtung kalibriert werden. Dazu wird zuerst mit der Taste „Cal“ das Kalibrierungsmenü geöffnet. Daraufhin muss mit dem Menüpunkt „Accessory“ die verwendete Messeinrichtung ausgewählt werden.  +  Nach dem Einschalten zeigt der Impedanzanalysator die Impedanz und die Phasenverschiebung über einen bestimmten Frequenzbereich an. Zunächst muss die verwendete Messeinrichtung kalibriert werden. Öffnen Sie dazu mit der Taste „Cal“ das Kalibriermenü und wählen Sie unter „Accessory“ den verwendeten Messadapter aus.
-  - In diesem Beispiel wurde der Messadapter „16047E“ verwendet. In dem Untermenü „Fixture Compen“ wird die Kalibrierung gestartet. Zuerst wird der Messadapter „offen“ kalibriert. Dabei darf kein Bauteil eingespannt sein. Mit dem Button „open“ wird die Kalibrierung gestartet. Mit einem Piepsen ist der Vorgang abgeschlossen.  +
-  - Für den nächsten Schritt wird ein definiertes Bauteil in den Adapter eingespannt (Kurzschlussbügel). Dieses „goldene Plättchen“ ist mit an gerändelten Schraube an dem Messadapter befestigt. Das Plättchen ist zu lösen und in den Messadapter einzuspannen.  +
-  - Als nächstes wird im gleichen „Fixture Compen“ Menü die Kalibrierungsoption „Short“ genutzt. Wieder wird mit einem Piepsen den Abschluss des Vorgang bestätigt. Damit ist die Kalibrierung des Messadapter abgeschlossen. Nun können die Bauteile vermessen werden. Das weitere Vorgehen wird Anhand von einem 10nF Keramikkondensator beschrieben. Zuerst wird das Bauteil in den Messadapter eingespannt.  +
-  - Nun sollte Anzeige eingestellt werden. Dies erfolgt im „Sweep Setup“ Menü. Mit der Einstellung „Sweep Type“ und dann auf „Log Freq“ wird der Frequenzbereich logarithmisch dargestellt.  +
-  - Im „Format“ Menü kann zusätzlich sie Y-Achsen Skalierung auf logarithmisch eingestellt werden.  +
-  - Um nun die Anzeigen hinreichend passend darzustellen, kann im Menü „Scale“ die Funktion „Auto Scale“ für eine Darstellung bzw. „Auto Scale All“ für alle Darstellungen verwendet werden.  +
-  - Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt im „Analysis“ Menü. Um nun die Werte von der Kapazität, der Induktivität und des Widerstandes zu ermitteln, muss das Untermenü „Equivalent Circut“ ausgewählt werden. Der Sinn dieses Menü ist es die realen Werte des Bauteils mit denen von einer bestimmten Ersatzschaltung zu vergleichen. Wenn die Verläufe der Ersatzschaltung mit denen des realen Bauteils übereinstimmen, sind die Werte des Bauteils gefunden. Um den Visuellen Vergleich zu starten, sollten die Einstellungen „Simulate“ und „Display“ auf „ON“ gestellt werden.  +
-  - Nun muss eine Ersatzschaltung für das Bauteil im Untermenü „Select Circut“ ausgewählt werden. Die Wahl der Ersatzschaltung hängt von der Art des Bauteils ab.  +
-  - Man sollte verschiedene Ersatzschaltungen verwenden und dann über die Plausibilität der berechneten Werte nachdenken. Um einen berühmten Professor zu zitieren:„ Wenn die Bauteilwerte negativ sind, ist das schonmal schlecht“. Mit der Wahl des Ersatzschaltbild, kann nun im „Equivalent Circut“ Menü der Button „Calculate“ verwendet werden.  +
-  - Jetzt versucht das Programm Bauteilwerte zu bestimmen, welche einen Verlauf der Ergebnisse ergeben, die den realen Verläufen möglichst nahe kommen. Bei einfachen Bauteilen, wie diesem Kondensator, ist dies sehr zuverlässig. Wenn die Verläufe übereinstimmen, sind die Bauteilwerte bestimmt. Bei komplexeren Bauteilen kann es vorkommen, dass die Verläufe nicht sofort übereinstimmen. Dann können die Bauteilwerte der Ersatzschaltung angewählt und mit dem Stellrad oder mit den Nummerntasten nachkorrigiert werden.+
  
-==== Aufgabe 11 ====  +  * In diesem Beispiel wird der Messadapter „16047E“ verwendet. Im Menü „Fixture Compen“ wird die Kalibrierung gestartet. Zunächst erfolgt eine „Open“-Kalibrierung, bei der kein Bauteil eingespannt sein darf. Starten Sie den Vorgang mit „Open“. Ein akustisches Signal bestätigt den Abschluss.
  
-Bei der Auswahl der Filterelemente geht man üblicherweise wie folgt vor:+  * Für den nächsten Schritt wird ein definierter Kurzschluss (Kurzschlussbügel) in den Adapter eingespannt. Dieses Bauteil ist meist als kleines metallisches Plättchen am Adapter befestigt.
  
-**Schritt 1:**\\ +  Anschließend wird im selben Menü die „Short“-Kalibrierung durchgeführtAuch hier signalisiert ein Ton den erfolgreichen AbschlussDamit ist die Kalibrierung abgeschlossen.
-Bestimmen der dominierenden Störgröße (Gleichoder Gegentaktstörung)Diese Aufgabe haben wir bereits erledigt. Wir kennen nun die Größe gegen die wir hauptsächlich etwas unternehmen müssen. Typischerweise sind Gegentaktstörungen für tiefe Frequenzen dominant, Gleichtaktstörungen für Frequenzen ab ca. 10 MHz. Der Übergang zwischen den dominanten Störgrößen hängt hauptsächlich vom Aufbau ab, wobei es keinen allgemeine Regel gibt in welchem Frquenzbereich eine Störgröße dominiert.\\ +
-**Schritt 2:**\\ +
-Mit dem Wissen über die dominante Störgröße suchen wir uns nun ein geeignetes Filterelement aus und überprüfen in einer erneuten Messung die Wirkung. Da die Grenzwerte stets auf "nodale" Größen, also gegen Referenzmasse bezogen sind müssen wir nun noch überprüfen ob durch das +
-Filterelement auch eine Wirkung gegenüber den Grenzwerten erzielt werden kann. +
-Bei der Bewertung der Filterelemente stellen wir stets Messungen gegenüber mit / ohne Filterelement sowohl für Gleich-/ Gegentaktwirkung, als auch für die nodalen Größen.  +
-\\ +
-**Schritt 3:**\\ +
-Wir wiederholen die Schritte mit verschiedenen Filterelementen bis wir die Grenzwerte einhalten oder uns die Ideen ausgehen :-(\\ +
-Sollte das der Fall sein bleibt nur noch die Möglichkeit die Filterstruktur zu ändern (also alles von Vorne) oder nach der Quelle der Störungen zu suchen. Ist die Störquelle bekannt ist es vielleicht möglich durch eine Layoutänderung die EMV-Eigenschaften zu verbessern oder lokale  +
-Filter einzufügen. In vielen Fällen kann ein weiteres Hardwaremuster jetzt nicht mehr abgewendet werden. Für den Projektzeitplan hat dies ggf. fatale Folgen+
  
-**Glück des Tüchtigen:**\\ +  Nun kann das zu vermessende Bauteil (zB. ein 10 nF Keramikkondensatorin den Messadapter eingesetzt werden.
-Auch Lösungen die auf den ersten Blick nichts mit den Versorgungsleitungen zu tun haben können helfen\\ +
-Probieren Sie es doch einfach aus:\\ +
-  * Filter im Ausgangspfad (an der Last) +
-  * Ferrite auf der Zuleitung (können zur Not auch noch spät im Projekt angebracht werden+
-  * Ferrit im Ausgangspfad (Heizelement)+
  
 +  - Die Darstellung wird im Menü „Sweep Setup“ konfiguriert. Wählen Sie unter „Sweep Type“ die Option „Log Freq“, um den Frequenzbereich logarithmisch darzustellen.
  
-**Fazit:**\\ +  Im Menü „Format“ kann zusätzlich die Y-Achse auf eine logarithmische Darstellung eingestellt werden.
-EMV-Optimierungen in einer späten Musterphase (C-Muster bzw. Vorserie) sind viel zu spät. Treten Grenzwertüberscheitungen auf die durch reine Bauteilanpassungen nicht mehr behebbar sind muss ein neuer Musterstand eingeplant werden.+
  
 +  * Für eine optimale Darstellung wählen Sie im Menü „Scale“ die Funktion „Auto Scale“ bzw. „Auto Scale All“.
 +
 +  * Die Auswertung erfolgt im Menü „Analysis“. Um die Bauteilparameter zu bestimmen, wählen Sie das Untermenü „Equivalent Circuit“. Ziel ist es, die Messkurven mit einem geeigneten Ersatzschaltbild zu vergleichen.
 +
 +  * Aktivieren Sie dazu die Optionen „Simulate“ und „Display“. Anschließend wählen Sie im Untermenü „Select Circuit“ ein passendes Ersatzschaltbild aus. Die Wahl hängt vom Bauteiltyp ab.
 +
 +  * Es empfiehlt sich, verschiedene Ersatzschaltungen zu testen und die Plausibilität der berechneten Werte zu prüfen. Ein praktischer Hinweis: Sind berechnete Bauteilwerte negativ, ist das Ergebnis physikalisch nicht sinnvoll.
 +
 +  * Mit dem Button „Calculate“ wird eine Anpassung durchgeführt. Das Gerät bestimmt Bauteilwerte, deren simulierte Kennlinie möglichst gut mit den gemessenen Daten übereinstimmt.
 +
 +  * Bei einfachen Bauteilen wie Kondensatoren gelingt diese Anpassung in der Regel sehr zuverlässig. Bei komplexeren Bauteilen kann eine manuelle Nachjustierung erforderlich sein. In diesem Fall können die Parameter im Ersatzschaltbild gezielt angepasst werden.
 +==== Aufgabe 11 ====
 +
 +Bei der Auswahl geeigneter Filterelemente wird üblicherweise wie folgt vorgegangen:
 +
 +**Schritt 1:** \\
 +Bestimmung der dominierenden Störgröße (Gleich- oder Gegentaktstörung). Diese Aufgabe wurde bereits durchgeführt. Es ist bekannt, gegen welche Störgröße primär Maßnahmen erforderlich sind. Typischerweise dominieren Gegentaktstörungen im niedrigen Frequenzbereich, während Gleichtaktstörungen häufig ab etwa 10 MHz relevant werden. Der genaue Übergangsbereich hängt jedoch stark vom konkreten Aufbau ab und lässt sich nicht allgemeingültig festlegen. \\
 +
 +**Schritt 2:** \\
 +Basierend auf der dominierenden Störgröße wird ein geeignetes Filterelement ausgewählt und dessen Wirkung durch erneute Messungen überprüft. Da die Grenzwerte auf nodale Größen (Bezug zur Referenzmasse) bezogen sind, muss zusätzlich bewertet werden, ob das Filter auch in Bezug auf die Grenzwerte wirksam ist.
 +
 +Zur Bewertung werden stets Vergleichsmessungen durchgeführt:
 +  * mit und ohne Filterelement
 +  * für Gleich- und Gegentaktanteile
 +  * sowie für die resultierenden nodalen Größen \\
 +
 +**Schritt 3:** \\
 +Die Schritte werden mit unterschiedlichen Filterelementen wiederholt, bis die Grenzwerte eingehalten werden oder keine weiteren Optimierungsmöglichkeiten ersichtlich sind.
 +
 +Falls dies nicht zum Erfolg führt, bleibt nur:
 +  * eine Anpassung der Filterstruktur (Neudesign),
 +  * oder die gezielte Analyse und Reduktion der Störquelle.
 +
 +Ist die Störquelle identifiziert, kann diese oft durch Layoutoptimierungen oder lokale Filtermaßnahmen reduziert werden. In vielen Fällen ist jedoch ein neuer Hardwarestand erforderlich, was Auswirkungen auf den Projektzeitplan haben kann.
 +
 +**Glück des Tüchtigen:** \\
 +Auch Maßnahmen außerhalb der direkten Versorgungspfade können wirksam sein. Beispiele:
 +  * Filter im Ausgangspfad (an der Last)
 +  * Ferrite auf den Versorgungsleitungen
 +  * Ferrite im Ausgangspfad (z. B. am Heizelement)
 +
 +**Fazit:** \\
 +EMV-Optimierungen in späten Entwicklungsphasen (z. B. C-Muster oder Vorserie) sind kritisch. Können Grenzwertüberschreitungen nicht mehr durch einfache Bauteilanpassungen behoben werden, ist in der Regel ein neuer Hardwarestand erforderlich.
  
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-  - Messen Sie den Betrag der Impedanz verschiedener Kondensatoren und überlegen Sie ob diese als X-Kondensatorelement zum Einsatz kommen könnenStellen Sie den Impedanzverlauf verschiedener Kondensatoren gegenüber.  +  - Messen Sie den Betrag der Impedanz verschiedener Kondensatoren und bewerten Sie deren Eignung als X-KondensatorenVergleichen Sie die Impedanzverläufe
-  - Suchen Sie nach der besten Filterlösung für unser Produkt +  - Finden Sie die optimale Filterlösung für das gegebene System. 
-  - Erklären Sie warum in unserem Beispiel keine Y-Kondensatoren zum Einsatz kommen können. +  - Erklären Siewarum in diesem Aufbau keine Y-Kondensatoren eingesetzt werden können. 
-  - Erstellen Sie einen EMV-Prüfbericht mit dem Fazit und Endergebnis+  - Erstellen Sie einen EMV-Prüfbericht mit Fazit und Endergebnis.
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-Hinweis: Die von uns hier entwickelte Sitzheizung reicht nur für einen kleinen SitzDie Sitzheizung in modernen Fahrzeugen hat eine Leistung von mehreren hundert Watt. +Hinweis: Die hier entwickelte Sitzheizung ist für Demonstrationszwecke ausgelegtIn realen Anwendungen erreichen Sitzheizungen Leistungen von mehreren hundert Watt.
professoren_webseiten/rebholz/emv-labor.1776848877.txt.gz · Zuletzt geändert: 2026/04/22 09:07 von hrebholz

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