professoren_webseiten:rebholz:emv-labor
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| ==== Aufgabe 9 ==== | ==== Aufgabe 9 ==== | ||
| - | Jetzt geht es an die Inbetriebnahme der Schaltung. Organisieren Sie sich dazu im ersten Schritt | + | Nun erfolgt |
| - | Die Platine enthält auch einige SMD Bauteile. Falls Sie Hilfe benötigen | + | |
| - | Lötanleitung [[https:// | + | Die Platine enthält auch einige SMD-Bauteile. Falls Sie Unterstützung |
| - | ]] | + | Lötanleitung: [[https:// |
| \\ | \\ | ||
| Allgemeine Hinweise: | Allgemeine Hinweise: | ||
| - | * Orientieren Sie sich am Labormuster | + | * Orientieren Sie sich am Labormuster. |
| - | * Achten Sie auf die richtige | + | * Achten Sie auf die korrekte |
| - | * Alle ICs, Arduino | + | * Alle ICs, der Arduino |
| - | * Halten Sie sich an die nachfolgende Reihenfolge bei der Inbetriebnahme | + | * Halten Sie sich an die nachfolgende Reihenfolge bei der Inbetriebnahme. |
| - | * Die RC-Snubber (Dämpfungsschaltung parallel zu den Mosfets) bitte noch nicht mit auflöten | + | * Die RC-Snubber (Dämpfungsschaltung parallel zu den MOSFETs) zunächst |
| - | * **Die Filterelemente | + | * **Die Filterelemente |
| <WRAP center round todo 60%> | <WRAP center round todo 60%> | ||
| - | - Nehmen Sie den Timerbaustein und den Mikrocontroller in Betrieb | + | - Nehmen Sie den Timerbaustein und den Mikrocontroller in Betrieb. |
| - | - Überprüfen Sie ob die PWM-Muster richtig | + | - Überprüfen Sie, ob die PWM-Signale korrekt |
| - | - Erklären Sie warum der Duty-Cycle nicht von 0 ... 100% eingestellt werden kann (das ist so gewollt | + | - Erklären Sie, warum der Duty Cycle nicht von 0 % bis 100 % einstellbar ist (dies ist beabsichtigt |
| - | - Löten Sie nun den Treiberbaustein auf und überprüfen Sie ob die Ansteuersignale für den Low-Side | + | - Löten Sie anschließend |
| - | - Welches Signal erwarten Sie für die Ansteuerung des High-Side | + | - Welches Signal erwarten Sie für die Ansteuerung des High-Side |
| - | - Installieren | + | - Bestücken |
| - | - Überlegen Sie sich Kriterien | + | - Überlegen Sie sich geeignete |
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| - | Achtung: Lötzinn ob bleihaltig oder nicht ist enthält | + | Achtung: Lötzinn |
| ===== Teil4: Messung und Entstörung ===== | ===== Teil4: Messung und Entstörung ===== | ||
| Bei der Entwicklung unserer Sitzheizung müssen wir natürlich alle Verkaufsoptionen bei den EMV-Messungen berücksichtigen, | Bei der Entwicklung unserer Sitzheizung müssen wir natürlich alle Verkaufsoptionen bei den EMV-Messungen berücksichtigen, | ||
| - | ==== Allgemeiner Messablauf ==== | + | ==== Allgemeiner Messablauf ==== |
| - | Bevor es losgeht | + | Bevor mit den Messungen |
| - | Der EMV-Prüflan | + | |
| + | Der EMV-Prüfplan | ||
| * Einfache Funktionsbeschreibung | * Einfache Funktionsbeschreibung | ||
| * Blockschaltbild des Prüflings | * Blockschaltbild des Prüflings | ||
| - | * Skizze | + | * Skizze |
| * Einzuhaltende Grenzwerte | * Einzuhaltende Grenzwerte | ||
| * Betriebszustände während der Messung | * Betriebszustände während der Messung | ||
| - | Nach einer erfolgten Messung | + | Nach Durchführung der Messungen |
| - | === Schritt 1: Verifikation | + | === Schritt 1: Verifikation |
| - | + | ||
| - | Diesen Schritt haben wir bereits beim Kennenlernen der Messgeräte durchgeführt. Wichtige Messgeräte müssen nicht nur regelmäßig kalibriert werden, sondern eigentlich vor jeder Messung auf die korrekte Arbeitsweise überprüft werden. | + | |
| - | Stellen Sie sich vor Sie bereiten eine Abnahmemessung vor und durch einen Bedienfehler zeigt ein Messgerät zur geringe Ergebnisse an. Werden daraufhin tausende von Einheiten produziert und eine EMV-Problem wird erst spät erkannt - zum Beispiel | + | |
| - | weil ein Kommunikationsverbindung eines selten genutzten Dienstes ausfällt - hat Ihre Firma ein Problem! | + | |
| - | === Schritt | + | Dieser |
| - | Im nächsten Schritt | + | Ein Beispiel: Wird bei einer Abnahmemessung durch einen Bedienfehler ein zu niedriger Messwert angezeigt und daraufhin eine Serienproduktion gestartet, kann ein später entdecktes EMV-Problem (z. B. Ausfall einer selten genutzten Kommunikationsverbindung) erhebliche Konsequenzen haben. |
| - | keine Störungen | + | |
| - | Auch notwendige | + | === Schritt 2: Verifikation des Systemaufbaus === |
| - | Um hier alle Fehler auszuschließen und um sicherzustellen, | + | |
| - | Frequenzbereich und Bandbreite ein und führen eine Messung durch. Wichtig ist, dass dabei alle Leitungsverbindungen, | + | Im nächsten Schritt |
| + | |||
| + | Neben externen | ||
| + | * zusätzliche | ||
| + | * Hilfsstromversorgungen | ||
| + | * das Messgerät | ||
| + | |||
| + | Zur Überprüfung wird eine **Leermessung** | ||
| + | * der komplette Messaufbau inklusive Verkabelung aktiviert, | ||
| + | * der Prüfling | ||
| + | |||
| + | So kann sichergestellt werden, dass gemessene Signale tatsächlich vom Prüfling stammen. | ||
| === Schritt 3: Bestandsaufnahme === | === Schritt 3: Bestandsaufnahme === | ||
| - | Jetzt geht es darum ein Gefühl dafür zu bekommen | + | Im dritten Schritt wird bewertet, |
| - | und gegenüber | + | |
| + | Die Messergebnisse werden mit den zulässigen Grenzwerten verglichen. | ||
| + | Bei Kundenprojekten | ||
| === Schritt 4: Entstörung === | === Schritt 4: Entstörung === | ||
| - | Die ersten drei Schritte | + | Die ersten drei Schritte |
| - | Falls das alles nichts hilft oder zu wenig Bauraum vorhanden ist muss die Schaltung optimiert werden. In detektivischer Arbeit gilt es dann herauszufinden welche Baugruppe für die Störungen verantwortlich ist um diese dann lokal zu bekämpfen bzw. das Layout ggf. zu optimieren. | + | |
| + | Zur Reduktion leitungsgebundener Emissionen werden typischerweise Filter in den Versorgungsleitungen eingesetzt. Im vorliegenden Versuch können diese einfach durch Entfernen der entsprechenden Jumper aktiviert werden. | ||
| + | In der Praxis müssen geeignete Filterelemente unter Berücksichtigung von: | ||
| + | * Bauraum | ||
| + | * Stromtragfähigkeit | ||
| + | * Spannungsfestigkeit | ||
| + | ausgewählt werden. | ||
| + | Ein wichtiger Ansatz ist die Trennung von Gleich- und Gegentaktstörungen, | ||
| + | |||
| + | Falls dies nicht ausreicht oder kein ausreichender Bauraum vorhanden ist, muss die Schaltung selbst optimiert werden. In einer detaillierten Analyse wird ermittelt, welche Baugruppe die Störungen verursacht, um gezielte Maßnahmen (z. B. Layoutoptimierung) umzusetzen. | ||
| <WRAP center round info 60%> | <WRAP center round info 60%> | ||
| - | Hinweis: | + | Hinweis: |
| - | nahezu identische Ergebnisse. Bewertet werden müssen | + | Bewertet werden müssen die Emissionen an beiden |
| </ | </ | ||
| - | Die Schritte 1 - 3 werden üblicherweise im Prüfplan und Prüfbericht | + | Die Schritte 1 bis 3 werden üblicherweise im Prüfplan und im Prüfbericht dokumentiert und dienen als Nachweis für die Validität der Messergebnisse. |
| + | Finale EMV-Prüfberichte werden nur bei Einhaltung der Grenzwerte veröffentlicht bzw. an Kunden | ||
| + | Maßnahmen zur Entstörung sowie optimierte Schaltungs- und Layoutlösungen stellen unternehmensspezifisches Know-how dar und werden entsprechend vertraulich behandelt. | ||
| ==== Aufgabe 10 ==== | ==== Aufgabe 10 ==== | ||
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| </ | </ | ||
| - | ==== Entstörung ==== | + | ==== Entstörung ==== |
| - | In unserem Beispiel | + | In unserem Beispiel |
| - | verbaut sind, müssen wir davon ausgehen, dass unsere Kunden die schärfsten | + | |
| - | jegliche Filterschaltung in den Versorgungsleitungen gemessen. In der Realität kommt keine Komponente ohne solche Filter am Eingang aus, womit diese immer im Design berücksichtigt | + | |
| - | die Filterschaltung so klein wie notwendig und natürlich auch so günstig wie möglich darzustellen. Daher ist es immer schlauer die Entstehung hochfrequenter Emissionen zu verhindern, also die Störquelle zu reduzieren, als später deren | + | |
| - | Auswirkungen zu unterdrücken. \\ | + | |
| - | Die wichtigsten Layoutregeln lauten hier: | + | |
| - | * Masse stets so niederohmig wie möglich gestalten | + | |
| - | * Rückstrompfade nicht dem Zufall überlassen und dafür sorgen, dass diese nahe der Zuleitung verlaufen können | + | |
| - | * Strompfade bzw. Schleifen so klein wie möglich halten | + | |
| - | Während | + | Dies bedeutet, dass eine gezielte Entstörung erforderlich ist. Bisher wurde der Eingangsfilter bewusst weggelassen, |
| - | Nachfolgende | + | |
| + | Die Herausforderung besteht darin, die Filterschaltung so klein und kostengünstig wie möglich auszulegen. Grundsätzlich gilt: Es ist immer effektiver, die Entstehung von Störungen zu minimieren, als deren Auswirkungen nachträglich zu unterdrücken. \\ | ||
| + | |||
| + | Wichtige Layoutregeln sind: | ||
| + | * Masseverbindungen möglichst niederohmig ausführen | ||
| + | * Rückstrompfade gezielt führen und möglichst nahe an den zugehörigen Hinleitungen halten | ||
| + | * Stromschleifen möglichst klein halten | ||
| + | |||
| + | Im Rahmen der bisherigen Entwicklung wurden bereits | ||
| + | |||
| + | Die folgende | ||
| {{ : | {{ : | ||
| - | Die Gleichtaktspule | + | Die Gleichtaktdrossel (L1) und die Filterinduktivität |
| - | Die im Schaltplan angegebenen Werte sind Richtwerte | + | |
| - | Schauen Sie sich doch einfach mal die Datenblätter der Gleichtaktspule L1 {{ : | + | In einem realen Projekt ist das Filterdesign häufig vorgegeben, |
| - | Dabei sind vor allem die Impedanzverläufe über der Frequenz interessant. Eine Spule soll ja hochfrequenten Strömen blockieren. Das bedeutet natürlich je höher die Impedanz, desto besser für uns. Auffällig ist natürlich jeweils, dass die Impedanz oberhalb | + | |
| - | der Resonanzfrequenz drastisch abfällt.\\ | + | |
| - | ==== Impedanzanalysator ==== | + | Betrachten Sie hierzu die Datenblätter der Gleichtaktdrossel L1 |
| + | {{ : | ||
| + | und der Filterinduktivität L2 | ||
| + | {{ : | ||
| - | Die verfügbaren Kondensatoren (X-Kondensatoren) können wir selber nachmessen mit unserem Impedanzanalysator. \\ | + | Besonders relevant ist der Impedanzverlauf über der Frequenz. Ziel ist es, hochfrequente Störströme zu blockieren, was einer möglichst hohen Impedanz entspricht. Auffällig ist jedoch, dass die Impedanz oberhalb der Eigenresonanzfrequenz der Bauteile stark abfällt. Dies muss bei der Auslegung der Filter berücksichtigt werden. |
| + | ==== Impedanzanalysator ==== | ||
| + | Die verfügbaren Kondensatoren (X-Kondensatoren) können mit dem Impedanzanalysator vermessen werden. \\ | ||
| + | |||
| + | Der Impedanzanalysator dient zur Bestimmung der frequenzabhängigen Impedanz sowie der Phasenverschiebung eines Bauteils. In diesem Fall können Messungen im Bereich von 20 Hz bis 120 MHz durchgeführt werden. Die folgende Anleitung beschreibt die grundlegende Inbetriebnahme des Geräts. | ||
| - | Der Impedanzanalysator dient dazu die Impedanz und die Phasenverschiebung eines beliebigen Bauteils zu ermitteln. In diesem Fall sind mit dem Gerät die Verläufe von 20Hz bis 120MHz darstellbar. Die folgende Einweisung soll helfen den Impedanzanalysator bis zur Betriebsfähigkeit einzustellen. | ||
| {{ : | {{ : | ||
| - | | + | |
| - | - In diesem Beispiel wurde der Messadapter „16047E“ verwendet. In dem Untermenü „Fixture Compen“ wird die Kalibrierung gestartet. Zuerst wird der Messadapter „offen“ kalibriert. Dabei darf kein Bauteil eingespannt sein. Mit dem Button „open“ wird die Kalibrierung gestartet. Mit einem Piepsen ist der Vorgang abgeschlossen. | + | |
| - | - Für den nächsten Schritt wird ein definiertes Bauteil in den Adapter eingespannt (Kurzschlussbügel). Dieses „goldene Plättchen“ ist mit an gerändelten Schraube an dem Messadapter | + | |
| - | - Als nächstes wird im gleichen „Fixture Compen“ Menü die Kalibrierungsoption „Short“ genutzt. Wieder wird mit einem Piepsen den Abschluss des Vorgang bestätigt. Damit ist die Kalibrierung des Messadapter abgeschlossen. Nun können die Bauteile vermessen werden. Das weitere Vorgehen wird Anhand von einem 10nF Keramikkondensator beschrieben. Zuerst wird das Bauteil in den Messadapter eingespannt. | + | |
| - | - Nun sollte Anzeige eingestellt werden. Dies erfolgt im „Sweep Setup“ Menü. Mit der Einstellung „Sweep Type“ und dann auf „Log Freq“ wird der Frequenzbereich logarithmisch dargestellt. | + | |
| - | - Im „Format“ Menü kann zusätzlich sie Y-Achsen Skalierung auf logarithmisch eingestellt werden. | + | |
| - | - Um nun die Anzeigen hinreichend passend darzustellen, | + | |
| - | - Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt im „Analysis“ Menü. Um nun die Werte von der Kapazität, der Induktivität und des Widerstandes zu ermitteln, muss das Untermenü „Equivalent Circut“ ausgewählt werden. Der Sinn dieses Menü ist es die realen Werte des Bauteils mit denen von einer bestimmten Ersatzschaltung zu vergleichen. Wenn die Verläufe der Ersatzschaltung mit denen des realen Bauteils übereinstimmen, | + | |
| - | - Nun muss eine Ersatzschaltung für das Bauteil im Untermenü „Select Circut“ ausgewählt werden. Die Wahl der Ersatzschaltung hängt von der Art des Bauteils ab. | + | |
| - | - Man sollte verschiedene Ersatzschaltungen verwenden und dann über die Plausibilität der berechneten Werte nachdenken. Um einen berühmten Professor zu zitieren: | + | |
| - | - Jetzt versucht das Programm Bauteilwerte zu bestimmen, welche einen Verlauf der Ergebnisse ergeben, die den realen Verläufen möglichst nahe kommen. Bei einfachen Bauteilen, wie diesem Kondensator, | + | |
| - | ==== Aufgabe 11 ==== | + | * In diesem Beispiel wird der Messadapter „16047E“ verwendet. Im Menü „Fixture Compen“ wird die Kalibrierung gestartet. Zunächst erfolgt eine „Open“-Kalibrierung, |
| - | Bei der Auswahl der Filterelemente geht man üblicherweise wie folgt vor: | + | * Für den nächsten Schritt wird ein definierter Kurzschluss (Kurzschlussbügel) in den Adapter eingespannt. Dieses Bauteil ist meist als kleines metallisches Plättchen am Adapter befestigt. |
| - | **Schritt 1:**\\ | + | |
| - | Bestimmen der dominierenden Störgröße (Gleich- oder Gegentaktstörung). Diese Aufgabe haben wir bereits erledigt. Wir kennen nun die Größe gegen die wir hauptsächlich etwas unternehmen müssen. Typischerweise sind Gegentaktstörungen für tiefe Frequenzen dominant, Gleichtaktstörungen für Frequenzen ab ca. 10 MHz. Der Übergang zwischen den dominanten Störgrößen hängt hauptsächlich vom Aufbau ab, wobei es keinen allgemeine Regel gibt in welchem Frquenzbereich eine Störgröße dominiert.\\ | + | |
| - | **Schritt 2:**\\ | + | |
| - | Mit dem Wissen über die dominante Störgröße suchen wir uns nun ein geeignetes Filterelement aus und überprüfen in einer erneuten Messung die Wirkung. Da die Grenzwerte stets auf " | + | |
| - | Filterelement auch eine Wirkung gegenüber | + | |
| - | Bei der Bewertung der Filterelemente stellen wir stets Messungen gegenüber mit / ohne Filterelement sowohl für Gleich-/ Gegentaktwirkung, | + | |
| - | \\ | + | |
| - | **Schritt 3:**\\ | + | |
| - | Wir wiederholen die Schritte mit verschiedenen Filterelementen bis wir die Grenzwerte einhalten oder uns die Ideen ausgehen :-(\\ | + | |
| - | Sollte das der Fall sein bleibt nur noch die Möglichkeit die Filterstruktur zu ändern (also alles von Vorne) oder nach der Quelle der Störungen zu suchen. Ist die Störquelle bekannt | + | |
| - | Filter einzufügen. In vielen Fällen kann ein weiteres Hardwaremuster jetzt nicht mehr abgewendet werden. Für den Projektzeitplan hat dies ggf. fatale Folgen. | + | |
| - | **Glück des Tüchtigen: | + | |
| - | Auch Lösungen die auf den ersten Blick nichts mit den Versorgungsleitungen | + | |
| - | Probieren Sie es doch einfach aus:\\ | + | |
| - | * Filter im Ausgangspfad (an der Last) | + | |
| - | * Ferrite auf der Zuleitung (können zur Not auch noch spät im Projekt angebracht | + | |
| - | * Ferrit im Ausgangspfad (Heizelement) | + | |
| + | - Die Darstellung wird im Menü „Sweep Setup“ konfiguriert. Wählen Sie unter „Sweep Type“ die Option „Log Freq“, um den Frequenzbereich logarithmisch darzustellen. | ||
| - | **Fazit: | + | |
| - | EMV-Optimierungen in einer späten Musterphase (C-Muster bzw. Vorserie) sind viel zu spät. Treten Grenzwertüberscheitungen | + | |
| + | * Für eine optimale Darstellung wählen Sie im Menü „Scale“ die Funktion „Auto Scale“ bzw. „Auto Scale All“. | ||
| + | |||
| + | * Die Auswertung erfolgt im Menü „Analysis“. Um die Bauteilparameter zu bestimmen, wählen Sie das Untermenü „Equivalent Circuit“. Ziel ist es, die Messkurven mit einem geeigneten Ersatzschaltbild zu vergleichen. | ||
| + | |||
| + | * Aktivieren Sie dazu die Optionen „Simulate“ und „Display“. Anschließend wählen Sie im Untermenü „Select Circuit“ ein passendes Ersatzschaltbild aus. Die Wahl hängt vom Bauteiltyp ab. | ||
| + | |||
| + | * Es empfiehlt sich, verschiedene Ersatzschaltungen zu testen und die Plausibilität der berechneten Werte zu prüfen. Ein praktischer Hinweis: Sind berechnete Bauteilwerte negativ, ist das Ergebnis physikalisch nicht sinnvoll. | ||
| + | |||
| + | * Mit dem Button „Calculate“ wird eine Anpassung durchgeführt. Das Gerät bestimmt Bauteilwerte, | ||
| + | |||
| + | * Bei einfachen Bauteilen wie Kondensatoren gelingt diese Anpassung in der Regel sehr zuverlässig. Bei komplexeren Bauteilen kann eine manuelle Nachjustierung erforderlich sein. In diesem Fall können die Parameter im Ersatzschaltbild gezielt angepasst werden. | ||
| + | ==== Aufgabe 11 ==== | ||
| + | |||
| + | Bei der Auswahl geeigneter Filterelemente wird üblicherweise wie folgt vorgegangen: | ||
| + | |||
| + | **Schritt 1:** \\ | ||
| + | Bestimmung der dominierenden Störgröße (Gleich- oder Gegentaktstörung). Diese Aufgabe wurde bereits durchgeführt. Es ist bekannt, gegen welche Störgröße primär Maßnahmen erforderlich sind. Typischerweise dominieren Gegentaktstörungen im niedrigen Frequenzbereich, | ||
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| + | **Schritt 2:** \\ | ||
| + | Basierend auf der dominierenden Störgröße wird ein geeignetes Filterelement ausgewählt und dessen Wirkung durch erneute Messungen überprüft. Da die Grenzwerte auf nodale Größen (Bezug zur Referenzmasse) bezogen sind, muss zusätzlich bewertet werden, ob das Filter auch in Bezug auf die Grenzwerte wirksam ist. | ||
| + | |||
| + | Zur Bewertung werden stets Vergleichsmessungen durchgeführt: | ||
| + | * mit und ohne Filterelement | ||
| + | * für Gleich- und Gegentaktanteile | ||
| + | * sowie für die resultierenden nodalen Größen \\ | ||
| + | |||
| + | **Schritt 3:** \\ | ||
| + | Die Schritte werden mit unterschiedlichen Filterelementen wiederholt, bis die Grenzwerte eingehalten werden oder keine weiteren Optimierungsmöglichkeiten ersichtlich sind. | ||
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| + | Falls dies nicht zum Erfolg führt, bleibt nur: | ||
| + | * eine Anpassung der Filterstruktur (Neudesign), | ||
| + | * oder die gezielte Analyse und Reduktion der Störquelle. | ||
| + | |||
| + | Ist die Störquelle identifiziert, | ||
| + | |||
| + | **Glück des Tüchtigen: | ||
| + | Auch Maßnahmen außerhalb der direkten Versorgungspfade können wirksam sein. Beispiele: | ||
| + | * Filter im Ausgangspfad (an der Last) | ||
| + | * Ferrite auf den Versorgungsleitungen | ||
| + | * Ferrite im Ausgangspfad (z. B. am Heizelement) | ||
| + | |||
| + | **Fazit:** \\ | ||
| + | EMV-Optimierungen in späten Entwicklungsphasen (z. B. C-Muster oder Vorserie) sind kritisch. Können Grenzwertüberschreitungen nicht mehr durch einfache Bauteilanpassungen behoben werden, ist in der Regel ein neuer Hardwarestand erforderlich. | ||
| <WRAP center round todo 60%> | <WRAP center round todo 60%> | ||
| - | - Messen Sie den Betrag der Impedanz verschiedener Kondensatoren und überlegen | + | - Messen Sie den Betrag der Impedanz verschiedener Kondensatoren und bewerten |
| - | - Suchen | + | - Finden |
| - | - Erklären Sie warum in unserem Beispiel | + | - Erklären Sie, warum in diesem Aufbau |
| - | - Erstellen Sie einen EMV-Prüfbericht mit dem Fazit und Endergebnis | + | - Erstellen Sie einen EMV-Prüfbericht mit Fazit und Endergebnis. |
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| - | Hinweis: Die von uns hier entwickelte Sitzheizung | + | Hinweis: Die hier entwickelte Sitzheizung |
professoren_webseiten/rebholz/emv-labor.1776849067.txt.gz · Zuletzt geändert: 2026/04/22 09:11 von hrebholz
