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| professoren_webseiten:rebholz:emv [2026/04/21 19:35] – [10.1 Möglichkeiten zur Berechnung der Abstrahlung] hrebholz | professoren_webseiten:rebholz:emv [2026/04/21 19:58] (aktuell) – [Leitungsverbindungen im Fahrzeug] hrebholz | ||
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| - | Zur Bewertung der Abstrahlung wird im Folgenden ein Hilfsmonopol in die Simulation mit eingefügt. Der Fußpunkt des Monopol | + | Zur Bewertung der Abstrahlung wird im Folgenden ein Hilfsmonopol in die Simulation mit eingefügt. Der Fußpunkt des Monopols |
| - | Die Fußpunktspannung am Monopol kann somit entsprechend einem beliebigen Port in der Netzwerksimulation einbezogen werden. Der Monopol wurde als bewertende Größe herangezogen, | + | Die Fußpunktspannung am Monopol kann somit entsprechend einem beliebigen Port in der Netzwerksimulation einbezogen werden. Der Monopol wurde als bewertende Größe herangezogen, |
| - | Nachfolgende Abbildung zeigt den Gesamtaufbau zur messtechnischen Verifikation sowie die simulierte und gemessene Eingangsreflexion des Hilfsmonopols. Messung und Simulation stimmen deutlich überein sobald die Materialparameter und Geometrie in der Simulation berücksichtigt werden. | + | Nachfolgende Abbildung zeigt den Gesamtaufbau zur messtechnischen Verifikation sowie die simulierte und gemessene Eingangsreflexion des Hilfsmonopols. Messung und Simulation stimmen deutlich überein, sobald die Materialparameter und Geometrie in der Simulation berücksichtigt werden. |
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| Aus rein statischen Verhältnissen wurde der Monopol mit einer Gesamtlänge von 0,66 m und einem Radius von 1,1 mm gewählt. Über die N-Buchse kann der Monopol von unten kontaktiert werden. | Aus rein statischen Verhältnissen wurde der Monopol mit einer Gesamtlänge von 0,66 m und einem Radius von 1,1 mm gewählt. Über die N-Buchse kann der Monopol von unten kontaktiert werden. | ||
| - | Die Eingangsreflexion des Monopols zeigt die charakteristischen Resonanzstellen, entsprechend der Leiterlänge, mit λ/4, 3λ/4, 5λ/4 und 7λ/4.\\ | + | Die Eingangsreflexion des Monopols zeigt die charakteristischen Resonanzstellen entsprechend der Leiterlänge mit λ/4, 3λ/4, 5λ/4 und 7λ/4.\\ |
| === 10.2.1 Validierung mit einfacher Eindrahtleitung und Doppelleitung === | === 10.2.1 Validierung mit einfacher Eindrahtleitung und Doppelleitung === | ||
| - | Zur Überprüfung des Verfahrens wird im ersten Schritt eine einfache Eindrahtleitung aus der Simulation in die Netzwerkumgebung überführt. Im zweiten Schritt wird die Simulation einer Doppelleitung mit dem messtechnischen Aufbau verglichen. Das Ergebnis der Eindrahtleitung haben bereits kennengelernt. Wie gesehen gelingt es uns nur die Simulation der Realität anzunähern falls wir alle eingesetzten Materialparameter | + | Zur Überprüfung des Verfahrens wird im ersten Schritt eine einfache Eindrahtleitung aus der Simulation in die Netzwerkumgebung überführt. Im zweiten Schritt wird die Simulation einer Doppelleitung mit dem messtechnischen Aufbau verglichen. Das Ergebnis der Eindrahtleitung haben wir bereits kennengelernt. Wie gesehen gelingt es uns nur, die Simulation der Realität anzunähern, falls wir alle eingesetzten Materialparameter |
| - | Die in der Simulation und Messung generierten Streuparameter werden mit Hilfe von [[https:// | + | Die in der Simulation und Messung generierten Streuparameter werden mit Hilfe von [[https:// |
| - | Die Auswertung erfolgt im Netzwerksimulator, | + | Die Auswertung erfolgt im Netzwerksimulator, |
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| - | Die Abbildung zeigt den Vergleich zwischen gemessenem und simulierten | + | Die Abbildung zeigt den Vergleich zwischen gemessenem und simuliertem |
| - | Bereits die einfache Eindrahtleitung zeigt, dass eine Abweichung zwischen Messung und Simulation nicht zu umgehen | + | Bereits die einfache Eindrahtleitung zeigt, dass eine Abweichung zwischen Messung und Simulation nicht zu vermeiden |
| - | Ob die generierten Modelle passiv sind lässt sich am Einfachsten | + | Ob die generierten Modelle passiv sind, lässt sich am einfachsten |
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| - | Dargestellt ist jeweils der Eingangsstrom in die Leitung. Bei der grünen Kurve ist das Leitungsende offen, bei der blauen Kurve mit einem in der Simulation als ideal angenommenen | + | Dargestellt ist jeweils der Eingangsstrom in die Leitung. Bei der grünen Kurve ist das Leitungsende offen, bei der blauen Kurve mit einem in der Simulation als ideal angenommenen |
| === 10.2.2 Mess- / Simulationsaufbau mit einer Doppelleitung === | === 10.2.2 Mess- / Simulationsaufbau mit einer Doppelleitung === | ||
| - | Als Erweiterung der Eindrahtleitung wird eine Doppelleitung in Simulation und Messung miteinander verglichen. Die Messung der Streuparameter muss in zwei Schritten erfolgen da aufgrund der vier Leitungsanschlüsse der Doppelletung | + | Als Erweiterung der Eindrahtleitung wird eine Doppelleitung in Simulation und Messung miteinander verglichen. Die Messung der Streuparameter muss in zwei Schritten erfolgen, da aufgrund der vier Leitungsanschlüsse der Doppelleitung |
| Wir validieren erneut zuerst unsere Simulation mit einer Messung im Labor. Dabei greifen wir uns nur einzelne Streuparameter aus der Matrix mit 25 Einträgen heraus. | Wir validieren erneut zuerst unsere Simulation mit einer Messung im Labor. Dabei greifen wir uns nur einzelne Streuparameter aus der Matrix mit 25 Einträgen heraus. | ||
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| - | Die Grafik zeigt das Übersprechen der Eingangsports der beiden Adern sowie die Transmission eines Eingangsports zum Monopol. Der Grundpegel der Abstrahlung wird erfasst, wobei mit steigender Frequenz die Abweichung vom Simulationsmodell zur Messung zunimmt. Es ist deutlich zu sehen, dass die Abweichungen in der Abstrahlung auch in den leitungsgebundenen Parametern zu erkennen sind. Auch hier nimmt mit steigender Frequenz die Abweichung zu. Die Genauigkeit der Modelle zur Abstrahlung | + | Die Grafik zeigt das Übersprechen der Eingangsports der beiden Adern sowie die Transmission eines Eingangsports zum Monopol. Der Grundpegel der Abstrahlung wird erfasst, wobei mit steigender Frequenz die Abweichung vom Simulationsmodell zur Messung zunimmt. Es ist deutlich zu sehen, dass die Abweichungen in der Abstrahlung auch in den leitungsgebundenen Parametern zu erkennen sind. Auch hier nimmt mit steigender Frequenz die Abweichung zu. Die Genauigkeit der Modelle zur Abstrahlung |
| Das gleiche Ergebnis resultiert aus der Betrachtung der Eingangsimpedanz bzw. Eingangsreflexion der Leiter in Messung und Simulation. | Das gleiche Ergebnis resultiert aus der Betrachtung der Eingangsimpedanz bzw. Eingangsreflexion der Leiter in Messung und Simulation. | ||
| - | **Bedeutung der Common- und Differential-Mode Abstrahlung** | + | **Bedeutung der Common- und Differential-Mode-Abstrahlung** |
| - | Die Bewertung und Validierung der Modelle mittels Streuparameter beinhaltet den Nachteil einer rein nodalen (Port gegen Bezugsmasse) Auswertung. Es wird somit lediglich der Common-Mode (Gleichtaktfall) abgedeckt. Die Gegentaktabstrahlung hingegen ist aufgrund der dabei auftretenden Feldauslöschungen | + | Die Bewertung und Validierung der Modelle mittels Streuparameter beinhaltet den Nachteil einer rein nodalen (Port gegen Bezugsmasse) Auswertung. Es wird somit lediglich der Common-Mode (Gleichtaktfall) abgedeckt. Die Gegentaktabstrahlung hingegen ist aufgrund der dabei auftretenden Feldauslöschungen |
| - | Es ist bekannt, dass für Kabelbäume mit einer geringen Anzahl an Einzeladern die Gegentaktabstrahlung zur Gleichtaktabstrahlung nicht zu vernachlässigen ist. Für Kabelbäume mit einer hohen Anzahl an Einzeladern, entsteht | + | Es ist bekannt, dass für Kabelbäume mit einer geringen Anzahl an Einzeladern die Gegentaktabstrahlung zur Gleichtaktabstrahlung nicht zu vernachlässigen ist. Für Kabelbäume mit einer hohen Anzahl an Einzeladern entsteht |
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| - | Zur Verdeutlichung der Gegentaktabstrahlung werden zwei Doppelleitungskonfigurationen miteinander verglichen. Dabei wird der Leiterabstand s in der Simulation von 5 cm auf 5 mm reduziert. Die Auswertung erfolgt im Netzwerksimulator nachdem die Modelle aus den berechneten Streuparametern erstellt wurden. Durch die Reduktion des Leiterabstandes reduziert sich bei gegenphasiger Anregung der Leiter die Abstrahlung aufgrund der Feldauslöschung. | + | Zur Verdeutlichung der Gegentaktabstrahlung werden zwei Doppelleitungskonfigurationen miteinander verglichen. Dabei wird der Leiterabstand s in der Simulation von 5 cm auf 5 mm reduziert. Die Auswertung erfolgt im Netzwerksimulator, nachdem die Modelle aus den berechneten Streuparametern erstellt wurden. Durch die Reduktion des Leiterabstandes reduziert sich bei gegenphasiger Anregung der Leiter die Abstrahlung aufgrund der Feldauslöschung. |
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| - | Betrachtet man die Gleichtaktanregung der beiden Leiterkonfigurationen ist zu erkennen, dass sich der reduzierte Leiterabstand nicht auf die Abstrahlung auswirkt (blau vs. rot). Bewertet wird auch hier wieder der Fußpunktstrom des Monopols an 50 Ohm. Die Gegentaktabstrahlung hingegen wird um bis zu 20 dB reduziert (schwarz vs. gelb). Generell ist zu beobachten, dass die Gegentaktabstrahlung unterhalb der Gleichtaktabstrahlung liegt bei identischer Anregung (blau vs. gelb; rot vs. schwarz).\\ | + | Betrachtet man die Gleichtaktanregung der beiden Leiterkonfigurationen, ist zu erkennen, dass sich der reduzierte Leiterabstand nicht auf die Abstrahlung auswirkt (blau vs. rot). Bewertet wird auch hier wieder der Fußpunktstrom des Monopols an 50 Ω. Die Gegentaktabstrahlung hingegen wird um bis zu 20 dB reduziert (schwarz vs. gelb). Generell ist zu beobachten, dass die Gegentaktabstrahlung unterhalb der Gleichtaktabstrahlung liegt bei identischer Anregung (blau vs. gelb, rot vs. schwarz).\\ |
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| - | Twisted-Pair Leitungen werden häufig eingesetzt um den Effekt der Feldauslöschung noch weiter zu verstärken. Eine Gesamtauslöschung der Abstrahlung für differenzielle Anregung würde sich ergeben, wenn beide Leiter exakt an der geometrisch gleichen Stelle verlaufen. Dies ist allerdings | + | Twisted-Pair-Leitungen werden häufig eingesetzt, um den Effekt der Feldauslöschung noch weiter zu verstärken. Eine Gesamtauslöschung der Abstrahlung für differenzielle Anregung würde sich ergeben, wenn beide Leiter exakt an der geometrisch gleichen Stelle verlaufen. Dies ist allerdings physikalisch nicht möglich, womit eine Annäherung über verdrillte |
| - | Im Versuchsaufbau zu Twisted-Pair | + | Im Versuchsaufbau zu Twisted-Pair-Leitungen |
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| - | Bei der Modellierung der Leitungen ist zu beachten, dass die Zuleitungen einen erheblichen Einfluss auf das Gesamtergebnis | + | Bei der Modellierung der Leitungen ist zu beachten, dass die Zuleitungen einen erheblichen Einfluss auf das Gesamtergebnis |
| - | Zusätzlich geht die Simulation von einer idealen, homogenen Verdrillung entlang der gesamten Leiterlänge aus. Im Messaufbau kann dies aufgrund der von Hand gefertigten Leitungen kaum erreicht werden wodurch sich eine weitere Unsicherheit in Bezug auf die Gleichtaktabstrahlung ergibt. | + | Zusätzlich geht die Simulation von einer idealen, homogenen Verdrillung entlang der gesamten Leiterlänge aus. Im Messaufbau kann dies aufgrund der von Hand gefertigten Leitungen kaum erreicht werden, wodurch sich eine weitere Unsicherheit in Bezug auf die Gleichtaktabstrahlung ergibt. |
| ==== 10.3 Schritt 2: Modellerstellung ==== | ==== 10.3 Schritt 2: Modellerstellung ==== | ||
| - | Wir haben uns im Schritt 1 Gedanken darüber gemacht wie wir den komplexen Aufbau aus Leiterverbindung | + | Wir haben uns in Schritt 1 Gedanken darüber gemacht, wie wir den komplexen Aufbau aus Leiterverbindungen |
| ==== 10.4 Schritt 3: Umrechnung auf die Laborantenne ==== | ==== 10.4 Schritt 3: Umrechnung auf die Laborantenne ==== | ||
| - | Wie bereits erwähnt, ist es notwendig, dass die Modelle die Abstrahlung zu den vorhandenen Laborantennen berücksichtigen. Bisher wurde die Abstrahlung lediglich zu einer Hilfseinrichtung, | + | Wie bereits erwähnt, ist es notwendig, dass die Modelle die Abstrahlung zu den vorhandenen Laborantennen berücksichtigen. Bisher wurde die Abstrahlung lediglich zu einer Hilfseinrichtung, |
| - | Als grundlegende Untersuchung wird im ersten Schritt versucht zu zeigen, dass es prinzipiell möglich ist, Modelle zu generieren die das Verhalten zu den Laborantennen beschreiben. Dazu wird eine Eindrahtleitung in Verbindung mit der bikonischen Antenne untersucht. Der Eindraht wird auf dem CISPR-Tisch in der Absorberhalle aufgebaut. Der Abstand zur Tischkante beträgt 10 cm, wobei die Leitung 5 cm oberhalb des Tisches fixiert wird. Die Antenne wird entsprechend CISPR25 mit einem Abstand von einem Meter zur Tischkante positioniert. | + | Als grundlegende Untersuchung wird im ersten Schritt versucht zu zeigen, dass es prinzipiell möglich ist, Modelle zu generieren, die das Verhalten zu den Laborantennen beschreiben. Dazu wird eine Eindrahtleitung in Verbindung mit der bikonischen Antenne untersucht. Der Eindraht wird auf dem CISPR-Tisch in der Absorberhalle aufgebaut. Der Abstand zur Tischkante beträgt 10 cm, wobei die Leitung 5 cm oberhalb des Tisches fixiert wird. Die Antenne wird entsprechend CISPR25 mit einem Abstand von einem Meter zur Tischkante positioniert. |
| - | Die im Folgenden erstellten Modelle werden aus Messdaten generiert, wobei die Auswertung erneut im Netzwerksimulator (LTSpice) erfolgt. Die Modellerstellung erfolgt mit IDEM. Zunächst werden die Eingangsreflexionsfaktoren der bikonischen Antenne und die Transmissionsfaktoren vom Eindraht auf die bikonische Antenne für beide Polarisationsarten der Antenne miteinander verglichen. Die verwendete bikonische Antenne ist spezifiziert in einem Frequenzbereich von 20 – 230 MHz, welches sich auch in der Anpassung der Antenne erkennen lässt. Die Polarisation und damit die geometrischen Verhältnisse um die Antenne zeigen einen geringen Einfluss auf die Anpassung der Antenne. Obwohl die Antenne nur bis 230 MHz spezifiziert ist wird sie im folgenden Versuch bis 1 GHz verwendet. Es geht im ersten Schritt nicht darum die gesamte Kette der Messtechnik nachzubilden, | + | Die im Folgenden erstellten Modelle werden aus Messdaten generiert, wobei die Auswertung erneut im Netzwerksimulator (LTspice) erfolgt. Die Modellerstellung erfolgt mit IdEM. Zunächst werden die Eingangsreflexionsfaktoren der bikonischen Antenne und die Transmissionsfaktoren vom Eindraht auf die bikonische Antenne für beide Polarisationsarten der Antenne miteinander verglichen. Die verwendete bikonische Antenne ist spezifiziert in einem Frequenzbereich von 20–230 MHz, welches sich auch in der Anpassung der Antenne erkennen lässt. Die Polarisation und damit die geometrischen Verhältnisse um die Antenne zeigen einen geringen Einfluss auf die Anpassung der Antenne. Obwohl die Antenne nur bis 230 MHz spezifiziert ist, wird sie im folgenden Versuch bis 1 GHz verwendet. Es geht im ersten Schritt nicht darum, die gesamte Kette der Messtechnik nachzubilden, |
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| - | Wir sehen, dass die Polarisation der Antenne teils deutlichen Einfluss auf die Transmission vom Eindraht | + | Wir sehen, dass die Polarisation der Antenne teils deutlichen Einfluss auf die Transmission vom Eindraht |
| - | Für jede Polarisation der Antenne ist es nun möglich aus den Messdaten ein äquivalentes Netzwerkmodell zu erstellen und in der Spice-Umgebung anzuwenden. | + | Für jede Polarisation der Antenne ist es nun möglich, aus den Messdaten ein äquivalentes Netzwerkmodell zu erstellen und in der SPICE-Umgebung anzuwenden. |
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| - | Der LT-Spice Screenshot zeigt beispielhaft das Modell für horizontale Polarisation. Dabei ist der zusätzliche Anschlusspunkt für die bikonische Antenne vorhanden. Der Frequenzbereich der Modelle ergibt sich aus den Einstellungen des Netzwerkanalysators mit 0,3 – 1000 MHz. | + | Der LT-Spice-Screenshot zeigt beispielhaft das Modell für horizontale Polarisation. Dabei ist der zusätzliche Anschlusspunkt für die bikonische Antenne vorhanden. Der Frequenzbereich der Modelle ergibt sich aus den Einstellungen des Netzwerkanalysators mit 0,3–1000 MHz. |
| - | Streuparameter lassen sich in einer Netzwerksimulation komfortabel berechnen. Dazu sind allerdings zwei unterschiedliche Modelle notwendig. Das anregende Modell beinhaltet eine über drer Frequenz variable Spannungsquelle mit konstanter Amplitude | + | Streuparameter lassen sich in einer Netzwerksimulation komfortabel berechnen. Dazu sind allerdings zwei unterschiedliche Modelle notwendig. Das anregende Modell beinhaltet eine über der Frequenz variable Spannungsquelle mit konstanter Amplitude, welche |
| - | Das Transmissionsmodell (passiver Subcircuit) ermittelt jeweils den Sxy- Parameter, also die Transmission vom anrgenden | + | Das Transmissionsmodell (passiver Subcircuit) ermittelt jeweils den Sxy-Parameter, |
| - | === 9.4.1 Reproduzierbarkeit === | + | \\ |
| + | \\ | ||
| + | === 10.4.1 Reproduzierbarkeit === | ||
| - | Ein wichtiger Punkt bei der Beurteilung der Abstrahlung ist die Reproduzierbarkeit der vorgenommenen Messungen. Als Voruntersuchung wird die Abweichung in der Transmission zur Antenne untersucht wobei von einer Verschiebung der bikonischen Antenne um 5 cm in Richtung des Kabelbaums erfolgt. Es ist somit mit einer leichten Erhöhung bzw. höheren Kopplung der beiden Systeme zu rechnen. | + | Ein wichtiger Punkt bei der Beurteilung der Abstrahlung ist die Reproduzierbarkeit der vorgenommenen Messungen. Als Voruntersuchung wird die Abweichung in der Transmission zur Antenne untersucht, wobei eine Verschiebung der bikonischen Antenne um 5 cm in Richtung des Kabelbaums erfolgt. Es ist somit mit einer leichten Erhöhung bzw. höheren Kopplung der beiden Systeme zu rechnen. |
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| - | Die Abbildung zeigt die Transmission des Kabrelbaums | + | Die Abbildung zeigt die Transmission des Kabelbaums |
| === 10.4.2 Spielen I === | === 10.4.2 Spielen I === | ||
| - | Suchen wir uns unsere erste Anwendung für die gefundenen | + | Suchen wir uns unsere erste Anwendung für die gefundene |
| - | Dazu nehmen wir einen Frequenzgenerator oder füher | + | Dazu nehmen wir einen Frequenzgenerator, oder früher |
| - | Mit dem zuvor in LT-Spice erstellten Modell machen wir jetzt genau das Gleiche. Wir regen die Leitung mit der identischen Spannung wie der Wobbelgenerator an (2V) und berechnen nun die an der Antenne auftretende Spannung. Um mit Hilfe des Antennenfaktors dann noch die Feldstärke auszugeben wäre nur noch ein letzter mathematischer Schritt | + | Mit dem zuvor in LT-Spice erstellten Modell machen wir jetzt genau das Gleiche. Wir regen die Leitung mit der identischen Spannung wie der Wobbelgenerator an, 2 V, und berechnen nun die an der Antenne auftretende Spannung. Um mit Hilfe des Antennenfaktors dann noch die Feldstärke auszugeben, wäre nur noch ein letzter mathematischer Schritt |
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| - | Der Vergleich beider Kennlinien zeigt eine gute bis sehr gute Übereinstimmung der beiden Spannungen im Antennenfußpunkt. Das bedeutet, für dieses einfache Beispiel sind wir in der Lage die Emission der Leitung sehr genau vorherzusagen. | + | Der Vergleich beider Kennlinien zeigt eine gute bis sehr gute Übereinstimmung der beiden Spannungen im Antennenfußpunkt. Das bedeutet, für dieses einfache Beispiel sind wir in der Lage, die Emission der Leitung sehr genau vorherzusagen. |
| === 10.4.3 Spielen II === | === 10.4.3 Spielen II === | ||
| - | Es läßt | + | Es lässt |
| - | Um die Daten aus der Simulation mit der Messung vergleichen zu können ist hier etwas mehr Aufwand notwendig. Der schnelle Impuls des Generators | + | Um die Daten aus der Simulation mit der Messung vergleichen zu können, ist hier etwas mehr Aufwand notwendig. Der schnelle Impuls des Generators |
| - | Der gesamte | + | Der gesamte |
| - Beschreibung der Pulsquelle im Zeitbereich mittels Oszilloskop | - Beschreibung der Pulsquelle im Zeitbereich mittels Oszilloskop | ||
| - | - Import der Zeitbereichsdaten aus 1.) in Spice und Anregung des Modells | + | - Import der Zeitbereichsdaten aus 1.) in Spice und Anregung des Modells |
| - FFT der Fußpunktspannung an der Antenne in Spice | - FFT der Fußpunktspannung an der Antenne in Spice | ||
| - Messung der Abstrahlung mit angeschlossener Leitung | - Messung der Abstrahlung mit angeschlossener Leitung | ||
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| - | Um ein Modell der anregenden Quelle zu erhalten, wird das Signal im Zeitbereich unter Schritt 1. mit dem Oszilloskop aufgezeichnet. Die als ASCII Datei zur Verfügung stehenden Daten werden direkt in Spice als Spannungsquelle eingebunden. | + | Um ein Modell der anregenden Quelle zu erhalten, wird das Signal im Zeitbereich unter Schritt 1. mit dem Oszilloskop aufgezeichnet. Die als ASCII-Datei zur Verfügung stehenden Daten werden direkt in Spice als Spannungsquelle eingebunden. |
| - | Für die Messung wird der Pulsgeber an die Leitung angeschlossen und die Abstrahlung auf die bikonische Antenne mit dem Messempfänger gemessen | + | Für die Messung wird der Pulsgeber an die Leitung angeschlossen und die Abstrahlung auf die bikonische Antenne mit dem Messempfänger gemessen, Schritt 4. |
| - | Bei der Durchführung der Simulation in Schritt 2. und 3. wird das bekannte, mit dem VNA gemessene Modell der Leitung mit der bikonischen Antenne verwendet. Die am Antennenfußpunkt simulierte Spannung wird mittels FFT in den Frequenzbereich überführt und in Schritt 5. mit den gemessenen Werten aus schritt | + | Bei der Durchführung der Simulation in Schritt 2. und 3. wird das bekannte, mit dem VNA gemessene Modell der Leitung mit der bikonischen Antenne verwendet. Die am Antennenfußpunkt simulierte Spannung wird mittels FFT in den Frequenzbereich überführt und in Schritt 5. mit den gemessenen Werten aus Schritt |
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| - | Gemessene vs. simulierte Abstrahlung bei Pulsanregung. Links: horizontale Polarisation, | + | Gemessene vs. simulierte Abstrahlung bei Pulsanregung. Links: horizontale Polarisation, |
| - | Die Abbildung zeigt den Vergleich zwischen Messung und Simulation für die Pulsanregung. Für die vertikale Polarisation ergibt sich ein deutlich höhere maximale Abstrahlung als für die horizontale Polarisation. Die Rauschgrenze des Messempfängers liegt hier aufgrund der verwendeten Bandbreite bei ca. 30 dBµV. Im Bereich messbarer Pegel zeigen sich jetzt deutlich höhere | + | Die Abbildung zeigt den Vergleich zwischen Messung und Simulation für die Pulsanregung. Für die vertikale Polarisation ergibt sich eine deutlich höhere maximale Abstrahlung als für die horizontale Polarisation. Die Rauschgrenze des Messempfängers liegt hier aufgrund der verwendeten Bandbreite bei ca. 30 dBµV. Im Bereich messbarer Pegel zeigen sich jetzt deutlich höhere |
| * Die FFT-Funktion in LT-Spice kann einen Messempfänger für breitbandige Signale nur hinreichend genau nachbilden | * Die FFT-Funktion in LT-Spice kann einen Messempfänger für breitbandige Signale nur hinreichend genau nachbilden | ||
| - | * Die begrenzte Dynamik und Auflösung | + | * Die begrenzte Dynamik und Auflösung |
| === 10.4.4 Genug gespielt === | === 10.4.4 Genug gespielt === | ||
| - | Die Betrachtung der Eindrahtleitung ist für uns wichtig um ein generelles Verständnis der Abstrahlung zu erhalten. Der Zweidrahtkabelbaum ist bereits in der Lage Kommunikationsleitungen abzubilden, aber für viele Anwendungen natürlich noch nicht repräsentativ. Wir machen daher weiter mit einer sechsadrigen Leitung. Damit sind wir bereits z.B. einen BLDC Motor anzusteuern mit 2x Versorgungssleitung, 3x Hallsignale | + | Die Betrachtung der Eindrahtleitung ist für uns wichtig, um ein generelles Verständnis der Abstrahlung zu erhalten. Der Zweidrahtkabelbaum ist bereits in der Lage, Kommunikationsleitungen abzubilden, aber für viele Anwendungen natürlich noch nicht repräsentativ. Wir machen daher weiter mit einer sechsadrigen Leitung. Damit sind wir bereits z.B. in der Lage, einen BLDC-Motor anzusteuern mit 2x Versorgungsleitung, 3x Hallsignalen |
| Nachfolgende Abbildung zeigt den Versuchsaufbau zur Charakterisierung des Kabelbaums zusammen mit dem Hilfsmonopol. | Nachfolgende Abbildung zeigt den Versuchsaufbau zur Charakterisierung des Kabelbaums zusammen mit dem Hilfsmonopol. | ||
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| - | Zur Mehrportmessung müssen die Ports entsprechend der Gesamtmatrix aufgeteilt werden. Der Networkanalyzer | + | Zur Mehrportmessung müssen die Ports entsprechend der Gesamtmatrix aufgeteilt werden. Der Netzwerkanalysator |
| - | Im Vergleich zwischen Messung und Simulation werden einzelne Streuparameter herausgegriffen und miteinander verglichen. Eine Auswertung der gesamten 12x12 Matrix bringt keine neuen Erkenntnisse. Die Simulation erfolgt für dieses Beispiel mit zwei verschiedenen Simulationsverfahren. Zum einen kommt die bekannte Feldberechnung mit Hilfe der MoM zum Einsatz, zum zweiten ein Tool (CM) welches nur den Kabelbaum über die [[https:// | + | Im Vergleich zwischen Messung und Simulation werden einzelne Streuparameter herausgegriffen und miteinander verglichen. Eine Auswertung der gesamten 12x12-Matrix bringt keine neuen Erkenntnisse. Die Simulation erfolgt für dieses Beispiel mit zwei verschiedenen Simulationsverfahren. Zum einen kommt die bekannte Feldberechnung mit Hilfe der MoM zum Einsatz, zum zweiten ein Tool, CM, welches nur den Kabelbaum über die [[https:// |
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| - | Das Ergebnis ist erschreckend! Wir haben drei Verfahren | + | Das Ergebnis ist erschreckend. Wir haben drei Verfahren, zwei Simulationsverfahren |
| <WRAP center round tip 60%> | <WRAP center round tip 60%> | ||
| - | Das Verhalten von Einzeladern innerhalb eines Kabelbaums ist nicht vorhersagbar | + | Das Verhalten von Einzeladern innerhalb eines Kabelbaums ist hinsichtlich Resonanzstellen und Emission |
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| Daher ist es nicht verwunderlich, | Daher ist es nicht verwunderlich, | ||
| - | Leiterverlegung. Über Kabelbinder oder Klebebänder | + | Leiterverlegung. Über Kabelbinder oder Klebebänder, verändert das nicht die Resonanzstellen? |
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| Zurück zum Diagramm Messung vs. Simulation. | Zurück zum Diagramm Messung vs. Simulation. | ||
| - | Es zeigt sich, dass die Daten aus Feko generell dichter an der Messung liegen, als das berechnete Ergebnis mit der Transmissionline | + | Es zeigt sich, dass die Daten aus Feko generell dichter an der Messung liegen als das berechnete Ergebnis mit der Transmission-Line-Methode, welche ein sehr stark resonantes Verhalten zeigt, das so in der Realität nicht vorhanden ist, Resonanzstellen werden überbewertet. Im Vergleich zwischen minimaler und maximaler Eingangsreflexion und Transmission zeigt es sich, dass selbst bei der geringen Anzahl an Leitern eine hohe Varianz bzw. Abweichung innerhalb der Leiterparameter besteht. Das Ergebnis aus Feko zeigt im Grundpegel hinreichende Übereinstimmung mit den Messergebnissen. Resonanzverläufe bzw. Resonanzstellen werden auch hier nur bedingt wiedergegeben.\\ |
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| - | Im nächsten Schritt wird die Abstrahlung zum Monopol betrachtet. Die Portbelegung hat sich aufgrund einer zusätzlich durchgeführten Messung allerdings geändert! Die Feko-Berechnung gibt als Ergebnis die Abstrahlung zum Monopol direkt | + | Im nächsten Schritt wird die Abstrahlung zum Monopol betrachtet. Die Portbelegung hat sich aufgrund einer zusätzlich durchgeführten Messung allerdings geändert. Die Feko-Berechnung gibt als Ergebnis die Abstrahlung zum Monopol direkt aus. Wir betrachten |
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| - | Der Vergleich zwischen Messung und Simulation für die Transmission zum Monopol zeigt eine hohe Übereinstimmung über dem gesamten Frequenzbereich. Erneut ist die zusätzliche Resonanz, hervorgerufen durch die Tischresonanz, | + | Der Vergleich zwischen Messung und Simulation für die Transmission zum Monopol zeigt eine hohe Übereinstimmung über dem gesamten Frequenzbereich. Erneut ist die zusätzliche Resonanz, hervorgerufen durch die Tischresonanz, |
| Eine Reduktion des Abstands zum Monopol in Messung und Simulation zeigt gleiche bzw. ähnliche Ergebnisse und Übereinstimmung und wird nicht weiter betrachtet. | Eine Reduktion des Abstands zum Monopol in Messung und Simulation zeigt gleiche bzw. ähnliche Ergebnisse und Übereinstimmung und wird nicht weiter betrachtet. | ||
| - | Es soll nun untersucht werden wie reproduzierbar die Messung | + | Es soll nun untersucht werden, wie reproduzierbar die Messungen |
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| - | Links: Min. / Max aus unterschiedlichen Messungen, | + | Links: Min. / Max. aus unterschiedlichen Messungen, |
| - | Die obige Abbildung zeigt, dass die minimal und maximal auftretenden | + | Die obige Abbildung zeigt, dass die minimal und maximal auftretenden |
| - | Bis ca. 300 MHz zeigt sich kaum Abweichung zwischen | + | Bis ca. 300 MHz zeigt sich kaum eine Abweichung zwischen |
| - | Dass verständlicherweise nicht alle Leiter | + | Dass verständlicherweise nicht alle Leiter |
| - | === 10.4.5 Abstrahlungsverhalten von Mehradernkabelbäume | + | === 10.4.5 Abstrahlungsverhalten von Mehradernkabelbäumen |
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| - | Im vorhergehenden Abschnitt haben wir das Verhalten eines Kabelbaum | + | Im vorhergehenden Abschnitt haben wir das Verhalten eines Kabelbaums |
| Folgende Fragen blieben allerdings bisher unbeantwortet: | Folgende Fragen blieben allerdings bisher unbeantwortet: | ||
| - | * Was passiert, bei statistisch verteilten Leitern? | + | * Was passiert bei statistisch verteilten Leitern? |
| - | * Welchen Einfluss zeigt die zufällige Verlegung der Adern über der Leiterlänge? | + | * Welchen Einfluss zeigt die zufällige Verlegung der Adern über die Leiterlänge? |
| - | Um den Einfluss der statistischen Verteilung besser zu verstehen, wurde ein Kabelbaum mit zehn Adern untersucht. Die Einzelleitungen sind nicht verdrillt, sondern werden vom Ein- bis zum Ausgang als unabhängige Drahtleitungen geführt. Alle Leiter werden als äquivalent betrachtet, womit keine Nummerierung oder Farbcodierung verwendet wird. Als Bewertungskriterium wird die Transmission zum Versuchsmonopol betrachtet und ausgewertet. Dabei wird die mittlere Abstrahlung aller Ader betrachtet, sowie der Anteil zur maximalen Abstrahlung einer Ader.\\ | + | |
| + | Um den Einfluss der statistischen Verteilung besser zu verstehen, wurde ein Kabelbaum mit zehn Adern untersucht. Die Einzelleitungen sind nicht verdrillt, sondern werden vom Ein- bis zum Ausgang als unabhängige Drahtleitungen geführt. Alle Leiter werden als äquivalent betrachtet, womit keine Nummerierung oder Farbcodierung verwendet wird. Als Bewertungskriterium wird die Transmission zum Versuchsmonopol betrachtet und ausgewertet. Dabei wird die mittlere Abstrahlung aller Adern betrachtet sowie der Anteil zur maximalen Abstrahlung einer Ader.\\ | ||
| Entsprechend der Portdefinition ergeben sich für den Versuchsaufbau 21 Ports. Die Leiter haben eine Gesamtlänge von 1,97 m, der Abstand zum Monopol beträgt einen Meter. Die Leiter sind 5 cm über der leitenden Tischfläche fixiert. Bevor eine Bewertung der Abstrahlung erfolgt, werden zuerst die internen Leitungsparameter verglichen. | Entsprechend der Portdefinition ergeben sich für den Versuchsaufbau 21 Ports. Die Leiter haben eine Gesamtlänge von 1,97 m, der Abstand zum Monopol beträgt einen Meter. Die Leiter sind 5 cm über der leitenden Tischfläche fixiert. Bevor eine Bewertung der Abstrahlung erfolgt, werden zuerst die internen Leitungsparameter verglichen. | ||
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| - | Abbildung: | + | Abbildung: Links: Maximal-, Minimal- und Mittelwert der Eingangsreflexion, |
| - | Die Abbildung zeigt die Mittelwerte mit den dazugehörigen Minimal- und Maximalwerten der Eingangsreflexion für die Ports Sii ( i = 1...20) sowie die Werte zur Transmission (fern) Sij (i, j entsprechend einer Leitung, oder allgemein i e {1...10}, j e {11..20}. Das Ergebnis muss man erst einmal sacken lassen ..... \\ | + | Die Abbildung zeigt die Mittelwerte mit den dazugehörigen Minimal- und Maximalwerten der Eingangsreflexion für die Ports Sii, i = 1...20, sowie die Werte zur Transmission (fern) Sij, i, j entsprechend einer Leitung, oder allgemein i ∈ {1...10}, j ∈ {11..20}. Das Ergebnis muss man erst einmal sacken lassen ..... \\ |
| - | Mit einer darartig | + | Mit einer derartig |
| - | Es bleibt noch die Frage welcher Unterschied | + | Es bleibt noch die Frage, welcher Unterschied sich für die Transmission zum Monopol |
| - | Die großen Abweichungen innerhalb des Kabelbaums legen nahe, dass es Kombinationen von Adernpaaren bzw. einzelne Leitungen gibt die einen hohen bzw. erhöhten Anteil | + | Die großen Abweichungen innerhalb des Kabelbaums legen nahe, dass es Kombinationen von Adernpaaren bzw. einzelne Leitungen gibt, die einen hohen bzw. erhöhten Anteil |
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| - | Abbildung: Beispiel zur Analyse in Spice (Dargestellt, Anregung Leiter 1 und Leiter 2 mit Gegentakt)\\ | + | Abbildung: Beispiel zur Analyse in SPICE, dargestellt: |
| - | Es werden jeweils zwei Eingangsports herausgegriffen und nacheinander mit einer Gleichtakt- sowie Gegentaktanregung beaufschlagt. Bewertet wird dabei die Fußpunktspannung am Monopol welche direkt mit der vom Kabelbaum abgestrahlten Feldstärke gleichzusetzen ist. Aus der Anzahl der Eingangsports an einem Ende des Kabelbaums ergeben sich für die Anregung mit zwei Quellen 45 Kombinationen. | + | Es werden jeweils zwei Eingangsports herausgegriffen und nacheinander mit einer Gleichtakt- sowie Gegentaktanregung beaufschlagt. Bewertet wird dabei die Fußpunktspannung am Monopol, welche direkt mit der vom Kabelbaum abgestrahlten Feldstärke gleichzusetzen ist. Aus der Anzahl der Eingangsports an einem Ende des Kabelbaums ergeben sich für die Anregung mit zwei Quellen 45 Kombinationen. |
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| - | Abbildung: Spannung am Monopol für die verschiedenen Anregungskombinationen. Links: Gleich-; Rechts: Gegentaktanregung\\ | + | Abbildung: Spannung am Monopol für die verschiedenen Anregungskombinationen. Links: Gleich-, rechts: Gegentaktanregung\\ |
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| //"Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht ...."// | //"Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht ...."// | ||
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| - | Die in der obigen Abbildung dargestellte Abstrahlung, | + | Die in der obigen Abbildung dargestellte Abstrahlung, |
| - | **Es zeigt sich, dass obwohl die Leiter sehr dicht aneinander liegen keine signifikante Feldauslöschung bei Gegentaktanregung auftritt**. Dies bedeutet, dass der in zwei Adern eingespeiste Gegentaktanteil sich bereits im unteren Frequenzbereich als reine Gleichtaktstörung ausbreitet und somit keine Feldauslöschung auftreten kann. Die Vorteile einer Zweidrahtleitung zur Reduktion der Emission sind innerhalb eines Leitungsbündels damit nicht mehr gegeben!\\ | + | **Es zeigt sich, dass obwohl die Leiter sehr dicht aneinander liegen keine signifikante Feldauslöschung bei Gegentaktanregung auftritt.** Dies bedeutet, dass der in zwei Adern eingespeiste Gegentaktanteil sich bereits im unteren Frequenzbereich als reine Gleichtaktstörung ausbreitet und somit keine Feldauslöschung auftreten kann. Die Vorteile einer Zweidrahtleitung zur Reduktion der Emission sind innerhalb eines Leitungsbündels damit nicht mehr gegeben.\\ |
| - | Leider gibt es keinen Leiter oder Leiterpaar das mit Abstand die höchste Abstrahlung hervorruft. Oft ist es nur ein geringer Frequenzbereich in dem ein Adernpaar signifikant höhere Abstrahlung aufweist. Um dennoch eine Aussage über die Verteilung der Abstrahlung machen zu können, wird der Anteil maximaler Abstrahlung gewichtet. | + | Leider gibt es keinen Leiter oder Leiterpaar, das mit Abstand die höchste Abstrahlung hervorruft. Oft ist es nur ein geringer Frequenzbereich, in dem ein Adernpaar signifikant höhere Abstrahlung aufweist. Um dennoch eine Aussage über die Verteilung der Abstrahlung machen zu können, wird der Anteil maximaler Abstrahlung gewichtet. |
| Das bedeutet, dass an jedem diskret vorhandenen Frequenzpunkt nach dem Adernpaar mit maximaler und minimaler Abstrahlung gesucht wird für Gleich- und Gegentaktanregung über dem gesamten Frequenzbereich. | Das bedeutet, dass an jedem diskret vorhandenen Frequenzpunkt nach dem Adernpaar mit maximaler und minimaler Abstrahlung gesucht wird für Gleich- und Gegentaktanregung über dem gesamten Frequenzbereich. | ||
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| Deutlich größer als erwartet zeigen sich die Unterschiede innerhalb der Abstrahlung der einzelnen Aderpaare. | Deutlich größer als erwartet zeigen sich die Unterschiede innerhalb der Abstrahlung der einzelnen Aderpaare. | ||
| - | Kombination 11 mit den Leitung | + | Kombination 11 mit den Leitungen |
| Für die Gegentaktanregung ist Kombination 41 mit den Leitern 5 und 10 verantwortlich für die im Mittel höchste Abstrahlung. Auffällig ist natürlich, dass in beiden Fällen Leiter 5 an der maximalen Abstrahlung beteiligt ist. | Für die Gegentaktanregung ist Kombination 41 mit den Leitern 5 und 10 verantwortlich für die im Mittel höchste Abstrahlung. Auffällig ist natürlich, dass in beiden Fällen Leiter 5 an der maximalen Abstrahlung beteiligt ist. | ||
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| === 10.4.6 Übertragung der Simulationsergebnisse auf die reale Messumgebung === | === 10.4.6 Übertragung der Simulationsergebnisse auf die reale Messumgebung === | ||
| - | In den bisherigen Kapiteln wird versucht die Abstrahlung der Kabelanordnungen auf die Hilfseinrichtung „Monopol“ zu berechnen und zu bewerten. Der Monopol kann in diesem Zusammenhang jedoch nur als Hilfsmitte | + | In den bisherigen Kapiteln wird versucht, die Abstrahlung der Kabelanordnungen auf die Hilfseinrichtung „Monopol“ zu berechnen und zu bewerten. Der Monopol kann in diesem Zusammenhang jedoch nur als Hilfsmittel |
| - | Entsprechend den CISPR Anforderungen wird der Frequenzbereich bis 1000 MHz in die Arbeitsbereiche der verschiedenen Antennen unterteilt mit: | + | Entsprechend den CISPR-Anforderungen wird der Frequenzbereich bis 1000 MHz in die Arbeitsbereiche der verschiedenen Antennen unterteilt mit: |
| - | * 0,15 – 30 MHz Monopolantenne | + | * 0,15–30 MHz Monopolantenne |
| - | * 30 MHz – 200 MHz bikonische Antenne | + | * 30 MHz–200 MHz bikonische Antenne |
| - | * 200 MHz – 1000 MHz logarithmisch periodische Antenne | + | * 200 MHz–1000 MHz logarithmisch-periodische Antenne |
| - | Je nach Laborausstattung kann der Frequenzbereich ab 30 MHz auch durch eine Kombination | + | Je nach Laborausstattung kann der Frequenzbereich ab 30 MHz auch durch eine Kombination, BiLog, aus bikonischer |
| - | Die Modellierung der Antennen ist jedoch nicht trivial | + | Die Modellierung der Antennen ist jedoch nicht trivial und erzwingt |
| - | Für eine schnelle Bewertung sind Rechenzeiten die über einer Woche liegen natürlich nicht annehmbar, besonders falls verschiedene Varianten des Kabelaufbaus betrachtet werden müssen. Abhilfe bringt hier die Verknüpfung zwischen Messung und Simulation. Bindeglied zwischen den beiden Systemen stellt der Simulationsmonopol dar. Der Monopol wurde deshalb gewählt, da er in der Simulation sehr einfach zu realisieren ist, sowie einfach in das Messequipment integrierbar. Der in den vorhergehenden Abschnitten gezeigte Vergleich zwischen Messung und Simulation für den Monopol zeigt eine sehr hohe Übereinstimmung der Parameter. | + | Für eine schnelle Bewertung sind Rechenzeiten, die über einer Woche liegen, natürlich nicht annehmbar, besonders falls verschiedene Varianten des Kabelaufbaus betrachtet werden müssen. Abhilfe bringt hier die Verknüpfung zwischen Messung und Simulation. Bindeglied zwischen den beiden Systemen stellt der Simulationsmonopol dar. Der Monopol wurde deshalb gewählt, da er in der Simulation sehr einfach zu realisieren ist sowie einfach in das Messequipment integrierbar |
| - | Das Ziel ist es nun, das gesamte Messequipment sowie die Umgebung in einer einzigen Kalibriermessung zu erfassen. Die Kalibriermessung gibt dabei den Zusammenhang zwischen der Fußpunktspannung am Hilfsmonopol sowie die Fußpunktspannung an der Antenne wieder. | + | Das Ziel ist es nun, das gesamte Messequipment sowie die Umgebung in einer einzigen Kalibriermessung zu erfassen. Die Kalibriermessung gibt dabei den Zusammenhang zwischen der Fußpunktspannung am Hilfsmonopol sowie der Fußpunktspannung an der Antenne wieder. |
| Die Korrekturkurve enthält somit Informationen über: | Die Korrekturkurve enthält somit Informationen über: | ||
| - | * Antennetyp | + | * Antennentyp |
| * Antennenpolarisation | * Antennenpolarisation | ||
| * Umgebungseigenschaften wie Tischfläche, | * Umgebungseigenschaften wie Tischfläche, | ||
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| {{ : | {{ : | ||
| - | Die Korrekturkurven bestimmen somit das Verhältnis der Störung am einfach zu simulierenden Hilfsmonopol zur Laborantenne. Die Messung erfolgt im Labor mit denen im Labor zur Verfügung stehenden Messmitteln und einem Netzwerkanalysator. Dabei wird mit einem Port des Netzwerkanalysators eine einfache Eindrahtleitung angeregt, in der oberen Abbildung als Calibration Wire bezeichnet. Jeweils ein weiterer Port wird an den Hilfsmonopol sowie die Laborantenne angeschlossen. Mit der gemessenen 3x3 Matrix lässt sich die gesuchte Übertragungsfunktion oder der Korrekturfaktor K ermitteln. Nachfolgende Abbildung zeigt die Antennenkorrektur für eine horizontal polarisierte bikonische und logarithmisch periodische Antenne. | + | Die Korrekturkurven bestimmen somit das Verhältnis der Störung am einfach zu simulierenden Hilfsmonopol zur Laborantenne. Die Messung erfolgt im Labor mit den dort zur Verfügung stehenden Messmitteln und einem Netzwerkanalysator. Dabei wird mit einem Port des Netzwerkanalysators eine einfache Eindrahtleitung angeregt, in der oberen Abbildung als Calibration Wire bezeichnet. Jeweils ein weiterer Port wird an den Hilfsmonopol sowie die Laborantenne angeschlossen. Mit der gemessenen 3x3-Matrix lässt sich die gesuchte Übertragungsfunktion oder der Korrekturfaktor K ermitteln. Nachfolgende Abbildung zeigt die Antennenkorrektur für eine horizontal polarisierte bikonische und logarithmisch-periodische Antenne. |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Ich hoffe Sie konnten meinen Gedanken bis hierher folgen. Zur Verdeutlichung ein Beispiel mit dem bekannten Tiefsetzsteller.\\ | + | Ich hoffe, Sie konnten meinen Gedanken bis hierher folgen. Zur Verdeutlichung ein Beispiel mit dem bekannten Tiefsetzsteller.\\ |
| **Aufgabe: | **Aufgabe: | ||
| - | Mit Hilfe einer Simulation möchten wir herausfinden welche Emissionen generiert werden falls wir die Last eines Tiefsetzstellers über eine zwei Meter lange Leitung anbinden. \\ | + | Mit Hilfe einer Simulation möchten wir herausfinden, welche Emissionen generiert werden, falls wir die Last eines Tiefsetzstellers über eine zwei Meter lange Leitung anbinden. \\ |
| - | Eine typische Anwendung wäre die Versorgung einer entfernten Last aus einer zentralen Spannungsversorgung. Die funktionale Simulation ist identisch mit der Simulation zur Bestimmung der leitungsgebundenen Emission. Neu hinzugekommen ist ein Modell der Übertragungsleitung. Nachfolgende Abbildung zeigt die um die Zweidrahtleitung erweiterte Simulation des Tiefsetzstellers mit dem berechneten Ausgangsstrom und der Spannung im Antennenfußpunkt | + | Eine typische Anwendung wäre die Versorgung einer entfernten Last aus einer zentralen Spannungsversorgung. Die funktionale Simulation ist identisch mit der Simulation zur Bestimmung der leitungsgebundenen Emission. Neu hinzugekommen ist ein Modell der Übertragungsleitung. Nachfolgende Abbildung zeigt die um die Zweidrahtleitung erweiterte Simulation des Tiefsetzstellers mit dem berechneten Ausgangsstrom und der Spannung im Antennenfußpunkt, Monopol. Deutlich zu sehen ist, wie im Einschwingvorgang erhöhte Emissionen auftreten. Damit wir vergleichbare Ergebnisse zur Messung erhalten, müssen wir diesen Bereich in den weiteren Betrachtungen ausschließen.\\ |
| - | Das Kabelmodell mit Hilfsmonopol wurde aus den simulierten Streuparametern mit Hilfe des Vector-Fitting | + | Das Kabelmodell mit Hilfsmonopol wurde aus den simulierten Streuparametern mit Hilfe des Vector |
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| - | Die Übertragung der Fußpunktspannung am Monopol bringt das gesuchte Ergebnis für die vom Kabelbaum ausgehende Emission. Schön zu sehen sind im Frequenzbereich > 100MHz | + | Die Übertragung der Fußpunktspannung am Monopol bringt das gesuchte Ergebnis für die vom Kabelbaum ausgehende Emission. Schön zu sehen sind im Frequenzbereich > 100 MHz die Resonanzstellen, welche sich aufgrund der Ausbreitung der Störsignale entlang der Leitung ausbilden. Da wir zuvor das gesamte Setup bis 1 GHz qualifiziert haben, dürfen wir uns auch nur diesen Frequenzbereich ansehen. {{ : |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Wir kennen jetzt das Frequenzspektrum der Fußpunktspannung des Monopols, von LT-Spice berechnet in dBV [sprich dBVolt]. Wir suchen jedoch die emittierten Störungen als Feldstärke in dBµV/ | + | Wir kennen jetzt das Frequenzspektrum der Fußpunktspannung des Monopols, von LT-Spice berechnet in dBV, sprich dBVolt. Wir suchen jedoch die emittierten Störungen als Feldstärke in dBµV/m, sprich |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Der letzte Rechenschritt kann soweit ich weiß nicht in LTSpice durchgeführt werden, da im Frequenzbereich keine externen Daten geladen werden können. Somit bleibt nur eine Auswertung in Matlab oder Excel durchzuführen. Obwohl wir so viel Aufwand in die Erstellung der Transferfunktion und Simulation gesteckt haben werden wir diesen letzten Rechenschritt nur selten durchführen. Ursache dafür ist, dass wir es nur mit sehr hohen Anstrengungen schaffen die von der Schaltung generierten Störgrößen nachzubilden, | + | Der letzte Rechenschritt kann, soweit ich weiß, nicht in LTSpice durchgeführt werden, da im Frequenzbereich keine externen Daten geladen werden können. Somit bleibt nur, eine Auswertung in Matlab oder Excel durchzuführen. Obwohl wir so viel Aufwand in die Erstellung der Transferfunktion und Simulation gesteckt haben, werden wir diesen letzten Rechenschritt nur selten durchführen. Ursache dafür ist, dass wir es nur mit sehr hohen Anstrengungen schaffen, die von der Schaltung generierten Störgrößen nachzubilden, |
| - | Sinnvoller ist es daher die Simulation mit Hilfsmonopol zu nutzen um z.B. Filtermaßnahmen oder das Schaltverhalten der Leistungshalbleiter zu optimieren. Mit Hilfe von Parametersweeps lassen sich Hardwaremaßnahmen, | + | Sinnvoller ist es daher, die Simulation mit Hilfsmonopol zu nutzen, um z.B. Filtermaßnahmen oder das Schaltverhalten der Leistungshalbleiter zu optimieren. Mit Hilfe von Parametersweeps lassen sich Hardwaremaßnahmen, |
| ==== 10.5 Fazit zur Simulation ==== | ==== 10.5 Fazit zur Simulation ==== | ||
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| ===== 11 Was tun gegen gestrahlte Emissionen ===== | ===== 11 Was tun gegen gestrahlte Emissionen ===== | ||
| - | Wir haben viele Möglichkeiten gesehen wie wir messtechnisch und mit einer Simulation die Pegelmaße ermitteln können. Spannender ist natürlich die Frage: "Was können wir dagegen tun?". | + | Wir haben viele Möglichkeiten gesehen, wie wir messtechnisch und mit einer Simulation die Pegelmaße ermitteln können. Spannender ist natürlich die Frage: "Was können wir dagegen tun?". |
| Die wichtigste Regel dazu ist identisch mit den Regeln zur Bekämpfung der leitungsgebundenen Emission: | Die wichtigste Regel dazu ist identisch mit den Regeln zur Bekämpfung der leitungsgebundenen Emission: | ||
| <WRAP center round important 60%> | <WRAP center round important 60%> | ||
| Für alle Ein- und Ausgänge der Funktionsblöcke im Blockschaltbild muss eine EMV-Maßnahme vorgesehen werden! | Für alle Ein- und Ausgänge der Funktionsblöcke im Blockschaltbild muss eine EMV-Maßnahme vorgesehen werden! | ||
| </ | </ | ||
| - | Auch hier ist unser schärfstes Schwert die Befilterung. Man könnten | + | Auch hier ist unser schärfstes Schwert die Befilterung. Man könnte |
| - | Bei den Gehäusen werden meist die Gerätedeckel und die Öffnungen, z.B. zur Kühlung unterschätzt. | + | Bei den Gehäusen werden meist die Gerätedeckel und die Öffnungen, z.B. zur Kühlung, unterschätzt. Deckel oder angeschraubte Gehäuseteile müssen stets niederohmigen (< 1mOhm) Kontakt zum Gehäuse haben. Andernfalls bildet sich entlang der Oberfläche eine hochfrequente Spannung aus, welche als Antenne wirken kann. Um eine niederohmige Anbindung zu gewährleisten, gibt es sogenannte EMV-Dichtungen, welche zwischen die Gehäuseteile |
| - | Öffnungen in den Gehäusen lassen sich nur selten vermeiden. Vielleicht möchten Sie ein Display integrieren oder für eine Konvektion | + | Öffnungen in den Gehäusen lassen sich nur selten vermeiden. Vielleicht möchten Sie ein Display integrieren oder für eine Konvektion zur Kühlung |
| - | Auch für diese Problemstellung gibt es bereits vorgefertigte Lösungen in Form von Gittern oder Schirmblechen (Display) um das Gehäuse abzudichten. Sie merken, es gibt zahlreiche Lösungen um die EMV einzuhalten, | + | Auch für diese Problemstellung gibt es bereits vorgefertigte Lösungen in Form von Gittern oder Schirmblechen (Display), um das Gehäuse abzudichten. Sie merken, es gibt zahlreiche Lösungen, um die EMV einzuhalten, |
| - | Bitte schauen Sie sich auf der Homepage | + | Bitte schauen Sie sich auf den Homepages |
| * [[https:// | * [[https:// | ||
| * [[https:// | * [[https:// | ||
| \\ | \\ | ||
| - | Bitte werden | + | Bitte werden |
| ===== 12.0 EMV im Schaltplan und PCB ===== | ===== 12.0 EMV im Schaltplan und PCB ===== | ||
| - | Wie wir bereits wissen beginnt die EMV-Arbeit mit der Erstellung des Blockschaltbilds in dem wir erste EMV-Maßnahmen definieren. Sobald wir einen der funktionalen Blöcke mit Leben füllen müssen wir auch dort wieder EMV-Aspekte | + | Wie wir bereits wissen, beginnt die EMV-Arbeit mit der Erstellung des Blockschaltbilds, in dem wir erste EMV-Maßnahmen definieren. Sobald wir einen der funktionalen Blöcke mit Leben füllen, müssen wir auch dort wieder EMV-Aspekte berücksichtigen. Das Spiel wiederholt sich so lange, bis wir auf der Leiterkarte angekommen sind. Hier gilt es dann, die kritischen Pfade zu erkennen und mit Maßnahmen zu hinterlegen. Erst dann haben wir ein durchgängiges Gesamtkonzept von der Idee bis zur Bauteilebene. |
| ==== 12.1 Kritische Pfade ==== | ==== 12.1 Kritische Pfade ==== | ||
| - | Um EMV-Maßnahmen im Schaltplan und auf dem PCB umzusetzen müssen wir natürlich im ersten Schritt klären | + | Um EMV-Maßnahmen im Schaltplan und auf dem PCB umzusetzen, müssen wir natürlich im ersten Schritt klären: Wo liegt das Problem, oder besser, |
| * Getaktete Signale | * Getaktete Signale | ||
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| * .... | * .... | ||
| - | Oder man könnte schlichtweg auch sagen: Alle Signal-Traces auf denen **funktional** mehr als nur DC-Signale unterwegs sind. Funktional bedeutet hier ohne hochfrequenten | + | Oder man könnte schlichtweg auch sagen: Alle Signal-Traces, auf denen **funktional** mehr als nur DC-Signale unterwegs sind. Funktional bedeutet hier: Ohne hochfrequente |
| - | Diese Signale markieren wir im Schaltplan und hinterlegen stets ein EMV-Maßnahme. | + | Diese Signale markieren wir im Schaltplan und hinterlegen stets eine EMV-Maßnahme. |
| Maßnahmen können sein: | Maßnahmen können sein: | ||
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| * Getrennte Masseführung (gezielte Rückstrompfade) | * Getrennte Masseführung (gezielte Rückstrompfade) | ||
| \\ | \\ | ||
| - | Das nachfolgende Beispiel zeigt einen Schaltplanausschnitt einer Spannungsversorgung für ein Antriebssystem. Darin enthalten sind ein getakteter Tiefsetzsteller (U1) als IC mit integriertem | + | Das nachfolgende Beispiel zeigt einen Schaltplanausschnitt einer Spannungsversorgung für ein Antriebssystem. Darin enthalten sind ein getakteter Tiefsetzsteller (U1) als IC mit integriertem |
| {{ : | {{ : | ||
| \\ | \\ | ||
| - | Die eingesetzten Filterschaltungen sind in gelber Farbe markiert. Die zu erwartende Spannung ist an allen Punkten eine reine Gleichspannung. Über die Filterschaltungen versuchen wir die vorhandene Restwelligkeit und unerwünschten hochfrequenten | + | Die eingesetzten Filterschaltungen sind in gelber Farbe markiert. Die zu erwartende Spannung ist an allen Punkten eine reine Gleichspannung. Über die Filterschaltungen versuchen wir, die vorhandene Restwelligkeit und unerwünschte hochfrequente |
| \\ | \\ | ||
| - | Es verbleibt in diesem Beispiel eine Schleife in welcher | + | Es verbleibt in diesem Beispiel eine Schleife, in der wir von einem dreieckförmigen Stromfluss ausgehen. Dieser Strom ergibt sich aus dem funktionalen Strom unseres Tiefsetzstellers, |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Diese kommutierenden Ströme bringen gleich mehrere Probleme mit sich. Einerseits generiert dieser Stromverlauf | + | Diese kommutierenden Ströme bringen gleich mehrere Probleme mit sich. Einerseits generiert dieser Stromverlauf |
| ==== 12.2 Gute und schlechte Induktivitäten ==== | ==== 12.2 Gute und schlechte Induktivitäten ==== | ||
| - | Wir wissen bereits, dass wir den Strom in der Hauptinduktivität (Spule) nicht einfach unterbrechen dürfen. Sie erinnern sich: Der Energiefluss muss stets stetig sein! Daher bieten | + | Wir wissen bereits, dass wir den Strom in der Hauptinduktivität (Spule) nicht einfach unterbrechen dürfen. Sie erinnern sich: Der Energiefluss muss stets stetig sein! Daher bieten |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Wir wissen | + | Wir wissen bereits, dass sämtliche Leitungsverbindungen und damit auch einzelne PCB-Leitungsabschnitte Induktivitäten darstellen. Auf unserer |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Im gezeigten Schaltplanausschnitt sind in Rot die kritischen parasitären Induktivitäten eingezeichnet, | + | Im gezeigten Schaltplanausschnitt sind in Rot die kritischen parasitären Induktivitäten eingezeichnet, |
| - | Im Layout versuchen wir dann bei der Bauteilplatzierung die ungewollten | + | Im Layout versuchen wir dann bei der Bauteilplatzierung, die unerwünschten |
| <WRAP center round tip 60%> | <WRAP center round tip 60%> | ||
| - | Pfade mit diskontinuierlichem Stromfluss müssen hinsichtlich | + | Pfade mit diskontinuierlichem Stromfluss müssen hinsichtlich |
| </ | </ | ||
| - | |||
| ==== 12.3 Reverse Recovery ==== | ==== 12.3 Reverse Recovery ==== | ||
| - | In manchen Fällen kämpfen wir auch direkt gegen parasitäre Eigenschaften einzelner Bauelemente. | + | In manchen Fällen kämpfen wir auch direkt gegen parasitäre Eigenschaften einzelner Bauelemente. |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Schön | + | Gut zu erkennen |
| ==== 12.2 Bauteilplatzierung ==== | ==== 12.2 Bauteilplatzierung ==== | ||
| - | Bei der Platzierung der Bauteile auf der Platine können viele Fehler gemacht werden, da sozusagen | + | Bei der Platzierung der Bauteile auf der Platine können viele Fehler gemacht werden, da dies sozusagen der Ort ist, an dem die Störungen entstehen. Die gute Nachricht ist, dass meist wenige Regeln ausreichen für ein EMV-gerechtes Layout. |
| === Entkopplung der Netze === | === Entkopplung der Netze === | ||
| - | Eine wichtige Regel lautet, dass wir im Schaltplan nicht mehr davon ausgehen, dass es überhaupt | + | Eine wichtige Regel lautet, dass wir im Schaltplan nicht mehr davon ausgehen, dass es identische |
| - | Wichtig ist es auf diesen Punkt hinzuweisen falls der Schaltplan und dann das folgende | + | Wichtig ist es, auf diesen Punkt hinzuweisen, falls der Schaltplan und das anschließende |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Elektrotechnisch | + | Elektrotechnisch |
| === Gruppierung der Bauteile === | === Gruppierung der Bauteile === | ||
| - | Durch Kopplungen auf der Leiterplatte (galvanische, | + | |
| + | Durch Kopplungen auf der Leiterplatte (galvanische, | ||
| {{ : | {{ : | ||
| - | Das Beispiel zeigt eine Platine mit einem zweifachen Motortreiber für BLDC Motoren mit Zonen unterschiedlicher Störpotenziale. Das höchste Störpotenzial geht natürlich von den zwei Leistungsendstufen aus. Daher sollten | + | Das Beispiel zeigt eine Platine mit einem zweifachen Motortreiber für BLDC-Motoren mit Zonen unterschiedlicher Störpotenziale. Das höchste Störpotenzial geht natürlich von den beiden |
| - | ^ Schaltungsteil | + | ^ Schaltungsteil |
| | Leistungselektronik | | Leistungselektronik | ||
| | Treiber | | Treiber | ||
| - | | Digitalteil | + | | Digitalteil |
| - | | Digitalteil\\ µC | Hoch | - Takt- und PWM-Signale mit sehr hohen Frequenzen\\ - Quarz-Oszillator | + | | Digitalteil\\ µC | Hoch | - Takt- und PWM-Signale mit sehr hohen Frequenzen\\ - Quarz-Oszillator |
| - | | Analogteil | + | | Analogteil |
| - | Natürlich ist es möglich, dass innerhalb der genannten | + | Natürlich ist es möglich, dass sich innerhalb der genannten |
| - | Nachdem die Tabelle erstellt ist gilt es zu allen gefundenen | + | Nachdem die Tabelle erstellt ist, gilt es, zu allen gefundenen |
| Beispielmaßnahmen: | Beispielmaßnahmen: | ||
| ^ Risiko | ^ Risiko | ||
| - | | Getaktete | + | | Getaktete |
| - | | Spannungsabfall | + | | Spannungsabfall |
| - | | Reverse Recovery | + | | Reverse Recovery | Bauteilvergleich |
| - | | ... | + | | ... | ... | |
| === Masseführung === | === Masseführung === | ||
| - | Beim Thema **Masse** sollten wir zuerst | + | Beim Thema **Masse** sollten wir zunächst |
| - | Die Erde hingegen ist unser Schutzpotenzial und der PE- Leiter zu Hause sollte | + | Die Erde hingegen ist das Schutzpotenzial |
| - | Die Situation, dass wir uns in einem Dreileitersystem finden wir in ganz vielen Anwendungen. \\ | + | |
| - | \\ | + | Beispiele: |
| - | //Beispiel | + | |
| + | // | ||
| Spannungsführender Leiter: L \\ | Spannungsführender Leiter: L \\ | ||
| Rückleiter (Masse): N \\ | Rückleiter (Masse): N \\ | ||
| - | Erde = Schutzleiter: PE\\ | + | Erde: PE \\ |
| - | Der Schutzleiter PE und der Rückleiter N besitzen im stromlosen Zustand identisches Potential. Die Auftrennung erfolgt im Keller direkt am Ringerder der Betonplatte. | + | |
| - | //Beispiel Fahrzeugumgebung:// \\ | + | //Fahrzeug:// \\ |
| - | Spannungsführender Leiter: Kl. (Klemme) | + | Versorgung: Kl. 30 \\ |
| - | Rückleiter | + | Rückleiter: |
| - | Erde = Chassis\\ | + | Referenz: |
| - | \\ | + | |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Im Unterschied zum Hausnetz ist es im Fahrzeug, abgesehen von HV-Systemen, | + | Auf der Platine arbeiten wir in der Regel im Zweileitersystem. Das Chassis- |
| - | Es drängt sich die Frage auf warum die Steuergeräte den Rückstrom nicht direkt lokal auf das Chassis führen. Die Frage lässt sich damit beantworten, | + | |
| - | Bei genauerer Betrachtung der obigen Abbildung zu den Stromverläufen fällt auf, dass es sich eigentlich um genau die Situation der galvanischen Kopplung handelt, welche wir eben gerade nicht haben wollen. In den meisten Fällen stellt das Chassis des Gesamtfahrzeug eine derart niederohmige und niederinduktive Verbindung dar, dass der entstehende Spannungsabfall nicht ins Gewicht fällt. \\ | + | Ein häufiges |
| - | Im Dreileitersystem können wir die Ströme in Gleich- und Gegentaktströme unterteilen. Zu Reduktion von Gleichtaktströmen haben wir verschiedene Filtertypen kennengelernt. Leider lassen sich die sogenannten Y-Kondensatoren nur einsetzten falls die Störströme lokal auf das Chassis bzw. den PE-Leiter abgeführt werden können. Nicht möglich ist dies im Fahrzeug bei z.B. nicht leitenden Gehäusen und im Hausnetz allgemein bei Geräten ohne PE- Anschluss. Zur Unterdrückung von Gleichtaktstörungen bleibt uns somit nur die Möglichkeit über Gleichtaktdrosseln. | + | |
| - | \\ | + | |
| - | Auf der Platine arbeiten wir normalerweise stets im Zweileitersystem. Das Chassispotenzial | + | |
| - | Auf der Platine stellt unser größtes | + | |
| {{ : | {{ : | ||
| - | |||
| - | Obige Abbildung zeigt die sternförmige Masseverteilung unserer BLDC Motorendstufe. Direkt am Stecker der Leistungselektronik wird der Sternpunkt definiert von welchem aus die Masse in die einzelnen Zonen verteilt wird. Rechts im Bild ist die Umsetzung anhand eines Schaltplanausschnitt dargestellt. Die meisten Layoutprogramme unterstützen mehr als als eine Darstellung der Masse. Unterschieden wird meist zwischen analoger und digitalen Masse sowie dem Erdsymbol. In der Simulation ist dies jedoch meist nicht möglich, da es nur eine absolute Referenz geben kann auf welche sich alle Potenziale beziehen, den Spice- Null Knoten. Alle weiteren (realen) Referenzpunkte müssten gegebenenfalls in der Simulation über Induktivitäten entkoppelt und über Knotennamen beschriftet werden.\\ | ||
| - | Hilfreich ist es die Knoten der unterschiedlichen Massepunkte erst zum Ende des Layoutprozess zu verbinden, da das Programm andernfalls von identischen Potenzialen ausgeht womit keine Unterscheidung mehr möglich ist (siehe unten, lokale Masseführung) | ||
| - | |||
| === Lokale Masseführung === | === Lokale Masseführung === | ||
| {{: | {{: | ||
| - | Wie bereits zuvor gesehen gibt es besonders in leistungselektronischen Schaltungen Pfade mit getakteten Strömen, welche unsere besondere | + | Rückströme sollen möglichst |
| - | Aufmerksamkeit benötigen. Da wir eine Ausbreitung der Störungen auf weitere Schaltungsteile verhindern möchten ist es sinnvoll dem Rückstrom einen definierten Weg anzubieten. \\ | + | |
| - | + | ||
| - | Das Beispiel zeigt die lokale Auftrennung der Massesysteme so, dass der Freilaufstrom durch die Diode gezwungen wird sich lokal zu schließen. Besser gesagt zwingen wir ihn nicht dazu, da die beiden Massesysteme ja wieder | + | |
| === Masseflächen === | === Masseflächen === | ||
| - | Durch den zwischenzeitlichen sehr günstigen [[https:// | + | Moderne PCBs nutzen großflächige Masseflächen zur Verbesserung der EMV. Ziel ist es, Rückströme |
| - | Heute hat sich hinsichtlich der EMV die Erkenntnis durchgesetzt sämtliche freien Flächen mit der Masse (besser dem Rückleiter | + | Empfehlung: |
| - | Nachfolgende Abbildung zeigt eine typische Platine im Vergleich mit und ohne Masseflächen. | + | - Rückleiter |
| + | - Danach Flächen auffüllen | ||
| + | - Viele Vias zur Verbindung | ||
| {{ : | {{ : | ||
| - | Ich empfehle allerdings stets den Rückleiter zuerst mit Traces auszubilden und sich nicht auf die folgende Massefläche zu verlassen. Um eine möglichst niederohmige Massefläche zu erhalten sollten bei industriell gefertigten Leiterplatten möglichst viele Verbindungen | + | Achtung: Bei offenen Induktivitäten |
| - | {{: | + | === Abbiegende Traces === |
| - | Das Ziel der großflächigen Masse basiert darauf den Rückstrom geometrisch möglichst nahe am Leiter zu führen. Dabei hilft uns, dass die Rückströme gewillt | + | {{: |
| - | Für Platinen mit mehr als zwei leitfähigen Lagen (Multilayer) wird meist eine komplette Lage der Masse gewidmet und zusätzlich frei Flächen mit Masse aufgefüllt in allen Lagen. Man erhält damit eine Art Schirmung, zu mindestens für die innenliegenden Leiterbahnen. | + | 45°-Winkel |
| - | Schön zu sehen ist dieses Verhalten in der Simulation zur Eindrahtleitung für Frequenzen > 100MHz. Die Flächenfarben zeigen den Stromfluss unterhalb der Leitung welche 5cm über einer leitfähigen Tischoberfläche angebracht wird. \\ | + | - geringere Impedanzsprünge |
| - | Es wäre theoretisch auch möglich anstatt mit Masse, mit dem Versorgungspotenzial zu füllen. Allerdings existieren in den Schaltungen natürlich meist mehrere unterschiedliche Potenziale und es wäre hinsichtlich auftretender Kurzschlüsse ziemlich unhandlich.\\ | + | - bessere HF-Eigenschaften |
| - | \\ | + | |
| - | Fragen Sie einen EMV-Ingenieur nach einer speziellen Maßnahmen für das gegebene Problem wird er vermutlich sagen: Kommt darauf an ..... Das bedeutet alle hier aufgestellten Regeln sind Hinweise welche die EMV in Summe verbessern aber alleine meist nicht der Weisheit letzten Schluss darstellen. Die Massefläche ist ein schönes Beispiel: Im Allgemeine wie beschrieben eine gute Idee. Allerdings auch hier stets kritisch hinterfragen. Bei offenen Spulen | + | |
| - | möchten wir natürlich nicht, dass das Magnetfeld in die unterliegende Massefläche einkoppelt. Hier ist ist es besonders wichtig nicht mit gestückelten Masseflächen Schleifen unter der Spule aufzuspannen. | + | |
| - | === Abbiegende Traces === | + | Für typische Designs |
| - | Um abbiegende oder abknickende Leiterbahnen ranken sich viele Mythen. Der Einfluss auf die EMV wird meist überschätzt. Fakt ist, die Zeiten halbkreisförmiger bzw. bogenförmiger Abbiegungen sind vorbei. Diese stammen noch aus der Zeit als Leiterbahnen von Hand aufgeklebt wurden. Bei der Erstellung der nachfolgenden Beispiele konnte ich in KiCAD die Einstellung dazu auf die Schnelle gar nicht finden. | + | |
| - | {{: | + | |
| - | Es verbleiben somit 90° und 2x45° Winkel. Durchgesetzt haben sich die 45° Winkel. Dabei ergeben sich folgende Vorteile. Liegt die Signallaufzeit der Signale in der Größenordnung der Laufzeiten auf der Leiterkarte können sich natürlich auch hier Reflexionen ausbilden. Das bedeutet wir müssen auch die Leiterbahnen mit dem Wellenwiderstand abschließen. Die allermeisten Layoutprogramme haben mittlerweile kleine Berechnungsprogramme integriert welche für uns den Wellenwiderstand der Traces berechnen. Basis dazu sind die Maxwellschen Gleichungen welche sich für unsere hier zweidimensionalen Probleme auf der Leiterkarte geschlossen lösen lassen. Bei jeder Abbiegung der Leiterbahn erzeugen wir jedoch eine Inhomogenität des Wellenwiderstandes welche sich mit Hilfe der 45° Bögen reduzieren lassen. Vermutlich wäre für diesen Fall ein runder Bogen die besser Wahl. Ich hoffe Sie erinnern sich, 300MHz entspricht einer Wellenlänge von 1m. Das bedeutet unsere Signale müssen schon sehr schnell sein (>1GHz) damit wir uns darüber Gedanken machen müssen. \\ | + | |
| - | Es hält sich auch die Überlieferung, | + | |
| - | Somit verbleibt nur noch vermutlich der am häufigsten verwendet Grund für 45° Winkel: Es sieht einfach professioneller aus! | + | |
| === Ungenutzte Pins === | === Ungenutzte Pins === | ||
| {{: | {{: | ||
| - | In manchen Fällen kann es vorkommen, dass integrierte Schaltkreise mehr Funktionalität bieten als notwendig. Typischerweise bei binären Schaltkreisen oder Operationsverstärkern. Obwohl nicht verwendet, | + | Ungenutzte Eingänge dürfen nicht „floating“ bleiben. Sie sollten |
| - | \\ | + | |
| - | \\ | + | |
| === Software === | === Software === | ||
| - | Es hört sich vielleicht merkwürdig an, aber auch Software kann einen kleinen Teil zur EMV beitragen. Über die Software wird in vielen Fällen die Taktfrequenz leistungselektronischer Systeme oder Übertragungsraten eingestellt. Ok, die Vorgabe der Frequenz erfolgt in der funktionalen Entwicklung, | + | |
| - | * verschiedene | + | Auch Software kann EMV beeinflussen: |
| - | * falls funktional möglich ein Spread-Spektrum | + | * Anpassbare |
| - | * Bei ungenutzten Pins die internen | + | * Spread-Spectrum-Verfahren |
| - | \\ | + | * Interne |
| ===== 13.0 ESD und Blitzentladungen ===== | ===== 13.0 ESD und Blitzentladungen ===== | ||
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| ==== Schutz vor Überspannungen ==== | ==== Schutz vor Überspannungen ==== | ||
| - | Es gibt mehrere Möglichkeiten sich gegenüber Überspannungen zu schützen. Meist ist eine Maßnahme | + | Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich gegenüber Überspannungen zu schützen. Meist ist eine einzelne |
| === Gasableiter === | === Gasableiter === | ||
| {{: | {{: | ||
| - | [[https:// | + | [[https:// |
| + | Der Aufbau entspricht im Wesentlichen einem kleinen Plattenkondensator, bei dem ab dem Überschreiten der Durchbruchspannung eine gezielte Entladung stattfindet. Die Ansprechspannung, ab der sich eine Entladung ausbildet, kann über das eingesetzte Gas (z.B. Stickstoff oder Edelgase wie Neon, Argon) und den Druck im Inneren | ||
| === Varistoren === | === Varistoren === | ||
| - | [[https:// | + | [[https:// |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Die Kennlinie gehört zu einem Varistor der typischerweise zum Schutz einer Anwendung am 230V Versorgungsnetz eingesetzt wird. Zu beachten ist, dass bereits bei der Netzspannung ein geringer Ableitstrom fließen kann. Mit steigender Spannung nimmt der Widerstand des Ableiters | + | Die Kennlinie gehört zu einem Varistor, der typischerweise zum Schutz einer Anwendung am 230-V-Versorgungsnetz eingesetzt wird. Zu beachten ist, dass bereits bei der Netzspannung ein geringer Ableitstrom fließen kann. Mit steigender Spannung nimmt der Widerstand des Varistors |
| - | Das bedeutet, wir müssen uns nach unserem | + | Das bedeutet, wir müssen uns nach dem Grobschutz |
| === Dioden === | === Dioden === | ||
| - | Dioden | + | Dioden |
| - | [[https:// | + | [[https:// |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Die Abbildung zeigt ein Ausschnitt aus dem Datenblatt | + | Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt aus dem Datenblatt |
| - | * 10,0V -> 15µA | + | * 10,0 V -> 15 µA |
| - | * 11,1V - 12,3V -> 5mA | + | * 11,1 V – 12,3 V -> 5 mA |
| - | Zu beachten ist, dass TVS Diode eine relativ hohe Kapazität | + | Zu beachten ist außerdem, dass TVS-Dioden |
| === Gestaffelter Schutz === | === Gestaffelter Schutz === | ||
| - | Ein gestaffelter | + | Ein gestaffelter |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Ein Problem bleibt | + | Ein Problem bleibt |
| \\ | \\ | ||
| - | Abschließend ein Beispiel der Firma Wago welche | + | Abschließend ein Beispiel der Firma Wago, bei dem die gesamte |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Die Schutzbeschaltung ist ausgelegt | + | Die Schutzbeschaltung ist zum Schutz von 24-V-DC-Versorgungsmodulen gegenüber Überspannungen nach DIN EN 61643-21 |
| - | + | ||
| - | Achten Sie doch einfach beim nächsten Einkauf im Baumarkt oder Aldi darauf welche Schutzelemente in Mehrfachsteckdosen mit integriertem Überspannungsschutz verbaut sind. Vielleicht ist ein Hinweis auf dem Typenschild zu finden. | + | |
| + | Achten Sie beim nächsten Einkauf im Baumarkt oder Discounter darauf, welche Schutzelemente in Mehrfachsteckdosen mit integriertem Überspannungsschutz verbaut sind. Oft finden sich entsprechende Hinweise auf dem Typenschild. | ||
| ===== 14.0 Automotive EMV ===== | ===== 14.0 Automotive EMV ===== | ||
| - | Auch Fahrzeuge benötigen eine Art CE-Kennzeichen. Allerdings sprechen wir dann von der Straßenzulassung oder Homologation. Obwohl EMV-Grenzwerte vorgegeben sind setzten | + | Auch Fahrzeuge benötigen eine Art CE-Kennzeichen. Allerdings sprechen wir dann von der Straßenzulassung oder Homologation. Obwohl EMV-Grenzwerte vorgegeben sind, setzen |
| - | Aufgrund der hohen Elektronikdichte im Fahrzeug natürlich auch nicht weiter verwunderlich, | + | Aufgrund der hohen Elektronikdichte im Fahrzeug |
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| - | Während des Entwicklungsprozess | + | Während des Entwicklungsprozesses |
| - | Ob die Komponente allen Anforderungen genügt zeigt sich allerdings erst bei der EMV-Prüfung im Fahrzeug. Hier wird explizit danach gesucht ob die Emissionen der Komponente Funksignale beeinflussen können. Dazu wird zum Beispiel die Störspannung am Ausgang der verschiedenen Antennenverstärker bei aktiver Komponente gemessen. Wie wir im späteren Verlauf des Kapitels sehen werden kann es leider vorkommen, dass eine Komponente im Fahrzeug auffällig | + | Ob die Komponente allen Anforderungen genügt, zeigt sich allerdings erst bei der EMV-Prüfung im Fahrzeug. Hier wird explizit danach gesucht, ob die Emissionen der Komponente Funksignale beeinflussen können. Dazu wird zum Beispiel die Störspannung am Ausgang der verschiedenen Antennenverstärker bei aktiver Komponente gemessen. Wie wir im späteren Verlauf des Kapitels sehen werden, kann es leider vorkommen, dass eine Komponente im Fahrzeug auffällig |
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| - | Nachfolgende Abbildung zeigt eine Messung der leitungsgebundener | + | Nachfolgende Abbildung zeigt eine Messung der leitungsgebundenen |
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| - | Die Grenzwerte sind nicht für den gesamten Frequenzbereich definiert, lediglich im Bereich der Arbeitsfrequenz | + | Die Grenzwerte sind nicht für den gesamten Frequenzbereich definiert, |
| Hier wird nur beispielhaft auf die leitungsgebundene Emission eingegangen. Für die gestrahlte Emission wird in gleicher Weise vorgegangen. | Hier wird nur beispielhaft auf die leitungsgebundene Emission eingegangen. Für die gestrahlte Emission wird in gleicher Weise vorgegangen. | ||
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| ==== Leitungsverbindungen im Fahrzeug ==== | ==== Leitungsverbindungen im Fahrzeug ==== | ||
| - | Wie bereits in den vorangegangenen Kapiteln gesehen spielen Leiterverbindungen in der EMV ein große Rolle. Sie verbreiten die Emissionen nicht nur wie eine Antenne sondern führen leitungsgebundene Störströme direkt zu benachbarten Geräten. Die Störausbreitung muss nicht nur auf der Versorgungsleitung erfolgen, sondern kann sich aufgrund von Überkopplungen zu benachbarten Leitern im Kabelbaum auf beliebigen | + | Wie bereits in den vorangegangenen Kapiteln gesehen, spielen Leiterverbindungen in der EMV eine große Rolle. Sie verbreiten die Emissionen nicht nur wie eine Antenne, sondern führen leitungsgebundene Störströme |
| - | Nachfolgende Abbildung zeigt für das Beispiel eines zehnadrigen | + | Nachfolgende Abbildung zeigt für das Beispiel eines zehnadrigen |
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| - | Mir geht es nicht darum den exakten Verlauf | + | Es geht hier nicht darum, den exakten Verlauf zu analysieren, sondern die Varianz |
| - | Dazu wird der Fahrzeugkabelbaum | + | Dazu wird der Kabelbaum |
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| - | Führen wir jetzt unseren | + | Führen wir nun einen ersten Versuch mit diesem |
| Wir vergleichen dabei die Messwerte für den Gleichtaktstrom in dBµA: | Wir vergleichen dabei die Messwerte für den Gleichtaktstrom in dBµA: | ||
| - | * Aufbau analog | + | * Aufbau analog |
| - | * Aufbau im Fahrzeug, Störstrommessung direkt an der Komponente (close to the DUT) | + | * Aufbau im Fahrzeug, Störstrommessung direkt an der Komponente („close to the DUT“) |
| - | * Aufbau im Fahrzeug, Störstrommessung am Verbraucher (Bild links b, far end of the harness) | + | * Aufbau im Fahrzeug, Störstrommessung am Verbraucher (Bild links b, „far end of the harness“) |
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| - | Bereits auf den ersten Blick zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen der Messung im klassischen Laboraufbau mit der Netznachbildung und dem Fahrzeugkabelbaum. Die Leitungsresonanzen | + | Bereits auf den ersten Blick zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen der Messung im klassischen Laboraufbau mit Netznachbildung und dem realen |
| - | Diese erste einfache Messung | + | Diese einfache Messung |
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| - | Nachfolgende | + | Die nachfolgende |
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| - | Die schwarze Kennlinie zeigt die standardisierte Eingangsimpedanz bei der Verwendung von zwei Netznachbildungen. Im differenziellen Pfad ergibt sich eine Serienschaltung mit 100Ω, für die Gleichtaktimpedanz eine Parallelschaltung | + | Die schwarze Kennlinie zeigt die standardisierte Eingangsimpedanz bei der Verwendung von zwei Netznachbildungen. Im differenziellen Pfad ergibt sich eine Serienschaltung mit 100 Ω, für die Gleichtaktimpedanz eine Parallelschaltung |
| <WRAP center round important 60%> | <WRAP center round important 60%> | ||
| - | * Je je mehr Adern sich im Kabelbaum befinden, desto weniger ausgeprägt sind die Resonanzstellen! | + | * Je mehr Adern sich im Kabelbaum befinden, desto weniger ausgeprägt sind die Resonanzstellen! |
| - | * Gleichtaktimpedanzen sind von diesem Effekt | + | * Gleichtaktimpedanzen sind von diesem Effekt |
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| - | Der erste Effekt | + | Der erste Effekt |
| - | + | Für die Praxis besonders relevant | |
| - | Für uns hauptsächlich von Interesse | + | Im direkten Vergleich |
| - | Im direkten Vergleich | + | |
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| - | Versuchen | + | Zur Verallgemeinerung betrachten |
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| - | Im Teilbild | + | Bei dominanter Gleichtaktstörung (Bild c) ist der Störstrom im Fahrzeug |
| - | \\ | + | Bei dominanter |
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| - | Ob wir also bei der Fahrzeugmessung | + | Ob Probleme |
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| - | Nachfolgende Tabelle fasst die zuvor hergeleiteten | + | Die wesentlichen |
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| - | In vielen Fällen sind die Emissionen im Fahrzeug kleiner als die ermittelten Werte im Labor. Dies liegt daran, dass oft längere Kabelbäume mit einer hohen Adernanzahl zum Einsatz kommen und dadurch die Resonanzpunkte nicht mehr ausgeprägt sind. Besonders die Resonanzen der Gleichtaktimpedanz werden innerhalb der Kabelbündels stark gedämpft. Damit verbleibt das Problem für diese Art Kabelbäume hauptsächlich dann, wenn die Gegentaktstörungen die Gleichtaktstörungen dominieren. In den vorhergehenden Kapiteln haben wir gesehen, dass in vielen Fällen jedoch die Gleichtaktemission dominant ist, womit sich das Problem noch weiter reduziert. Kritisch zu bewerten sind demnach generell kurze Leitungen (1-2m) welche nicht innerhalb eines Bündels laufen. Hier kann es zur Anhebung sowohl von Gleich- als auch Gegentaktströmen kommen. \\ | ||
| - | Die Eingrenzung der Fälle spiegelt sich auch mit den Erfahrungen aus dem EMV-Labor: Die Problematik höherer Emissionen im Fahrzeug als in der Komponentenmessung kann vorkommen, allerdings nur in einer geringen Anzahl an untersuchten Systemen. Mit den hergeleiteten Ergebnissen sind wir in der Lage eine Aussage darüber zu Treffen ob unsere Komponente betroffen sein wird oder nicht. | ||
| + | In vielen Fällen sind die Emissionen im Fahrzeug geringer als im Labor. Ursache sind längere Kabelbäume mit vielen Adern, wodurch Resonanzen gedämpft werden – insbesondere im Gleichtakt. Kritisch bleiben Fälle mit dominanter Gegentaktstörung sowie kurze, nicht gebündelte Leitungen (1–2 m).\\ | ||
| + | Diese Einschätzung deckt sich mit praktischen Erfahrungen aus dem EMV-Labor: Probleme im Fahrzeug treten auf, sind jedoch vergleichsweise selten. Mit den dargestellten Zusammenhängen lässt sich jedoch frühzeitig abschätzen, | ||
professoren_webseiten/rebholz/emv.1776800147.txt.gz · Zuletzt geändert: 2026/04/21 19:35 von hrebholz
