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| professoren_webseiten:rebholz:emv [2026/04/21 19:54] – [12.2 Gute und schlechte Induktivitäten] hrebholz | professoren_webseiten:rebholz:emv [2026/04/21 19:58] (aktuell) – [Leitungsverbindungen im Fahrzeug] hrebholz | ||
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| ==== 12.3 Reverse Recovery ==== | ==== 12.3 Reverse Recovery ==== | ||
| - | In manchen Fällen kämpfen wir auch direkt gegen parasitäre Eigenschaften einzelner Bauelemente. | + | In manchen Fällen kämpfen wir auch direkt gegen parasitäre Eigenschaften einzelner Bauelemente. |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Schön | + | Gut zu erkennen |
| ==== 12.2 Bauteilplatzierung ==== | ==== 12.2 Bauteilplatzierung ==== | ||
| - | Bei der Platzierung der Bauteile auf der Platine können viele Fehler gemacht werden, da sozusagen | + | Bei der Platzierung der Bauteile auf der Platine können viele Fehler gemacht werden, da dies sozusagen der Ort ist, an dem die Störungen entstehen. Die gute Nachricht ist, dass meist wenige Regeln ausreichen für ein EMV-gerechtes Layout. |
| === Entkopplung der Netze === | === Entkopplung der Netze === | ||
| - | Eine wichtige Regel lautet, dass wir im Schaltplan nicht mehr davon ausgehen, dass es überhaupt | + | Eine wichtige Regel lautet, dass wir im Schaltplan nicht mehr davon ausgehen, dass es identische |
| - | Wichtig ist es auf diesen Punkt hinzuweisen falls der Schaltplan und dann das folgende | + | Wichtig ist es, auf diesen Punkt hinzuweisen, falls der Schaltplan und das anschließende |
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| - | Elektrotechnisch | + | Elektrotechnisch |
| === Gruppierung der Bauteile === | === Gruppierung der Bauteile === | ||
| - | Durch Kopplungen auf der Leiterplatte (galvanische, | + | |
| + | Durch Kopplungen auf der Leiterplatte (galvanische, | ||
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| - | Das Beispiel zeigt eine Platine mit einem zweifachen Motortreiber für BLDC Motoren mit Zonen unterschiedlicher Störpotenziale. Das höchste Störpotenzial geht natürlich von den zwei Leistungsendstufen aus. Daher sollten | + | Das Beispiel zeigt eine Platine mit einem zweifachen Motortreiber für BLDC-Motoren mit Zonen unterschiedlicher Störpotenziale. Das höchste Störpotenzial geht natürlich von den beiden |
| - | ^ Schaltungsteil | + | ^ Schaltungsteil |
| | Leistungselektronik | | Leistungselektronik | ||
| | Treiber | | Treiber | ||
| - | | Digitalteil | + | | Digitalteil |
| - | | Digitalteil\\ µC | Hoch | - Takt- und PWM-Signale mit sehr hohen Frequenzen\\ - Quarz-Oszillator | + | | Digitalteil\\ µC | Hoch | - Takt- und PWM-Signale mit sehr hohen Frequenzen\\ - Quarz-Oszillator |
| - | | Analogteil | + | | Analogteil |
| - | Natürlich ist es möglich, dass innerhalb der genannten | + | Natürlich ist es möglich, dass sich innerhalb der genannten |
| - | Nachdem die Tabelle erstellt ist gilt es zu allen gefundenen | + | Nachdem die Tabelle erstellt ist, gilt es, zu allen gefundenen |
| Beispielmaßnahmen: | Beispielmaßnahmen: | ||
| ^ Risiko | ^ Risiko | ||
| - | | Getaktete | + | | Getaktete |
| - | | Spannungsabfall | + | | Spannungsabfall |
| - | | Reverse Recovery | + | | Reverse Recovery | Bauteilvergleich |
| - | | ... | + | | ... | ... | |
| === Masseführung === | === Masseführung === | ||
| - | Beim Thema **Masse** sollten wir zuerst | + | Beim Thema **Masse** sollten wir zunächst |
| - | Die Erde hingegen ist unser Schutzpotenzial und der PE- Leiter zu Hause sollte | + | Die Erde hingegen ist das Schutzpotenzial |
| - | Die Situation, dass wir uns in einem Dreileitersystem finden wir in ganz vielen Anwendungen. \\ | + | |
| - | \\ | + | Beispiele: |
| - | //Beispiel | + | |
| + | // | ||
| Spannungsführender Leiter: L \\ | Spannungsführender Leiter: L \\ | ||
| Rückleiter (Masse): N \\ | Rückleiter (Masse): N \\ | ||
| - | Erde = Schutzleiter: PE\\ | + | Erde: PE \\ |
| - | Der Schutzleiter PE und der Rückleiter N besitzen im stromlosen Zustand identisches Potential. Die Auftrennung erfolgt im Keller direkt am Ringerder der Betonplatte. | + | |
| - | //Beispiel Fahrzeugumgebung:// \\ | + | //Fahrzeug:// \\ |
| - | Spannungsführender Leiter: Kl. (Klemme) | + | Versorgung: Kl. 30 \\ |
| - | Rückleiter | + | Rückleiter: |
| - | Erde = Chassis\\ | + | Referenz: |
| - | \\ | + | |
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| - | Im Unterschied zum Hausnetz ist es im Fahrzeug, abgesehen von HV-Systemen, | + | Auf der Platine arbeiten wir in der Regel im Zweileitersystem. Das Chassis- |
| - | Es drängt sich die Frage auf warum die Steuergeräte den Rückstrom nicht direkt lokal auf das Chassis führen. Die Frage lässt sich damit beantworten, | + | |
| - | Bei genauerer Betrachtung der obigen Abbildung zu den Stromverläufen fällt auf, dass es sich eigentlich um genau die Situation der galvanischen Kopplung handelt, welche wir eben gerade nicht haben wollen. In den meisten Fällen stellt das Chassis des Gesamtfahrzeug eine derart niederohmige und niederinduktive Verbindung dar, dass der entstehende Spannungsabfall nicht ins Gewicht fällt. \\ | + | Ein häufiges |
| - | Im Dreileitersystem können wir die Ströme in Gleich- und Gegentaktströme unterteilen. Zu Reduktion von Gleichtaktströmen haben wir verschiedene Filtertypen kennengelernt. Leider lassen sich die sogenannten Y-Kondensatoren nur einsetzten falls die Störströme lokal auf das Chassis bzw. den PE-Leiter abgeführt werden können. Nicht möglich ist dies im Fahrzeug bei z.B. nicht leitenden Gehäusen und im Hausnetz allgemein bei Geräten ohne PE- Anschluss. Zur Unterdrückung von Gleichtaktstörungen bleibt uns somit nur die Möglichkeit über Gleichtaktdrosseln. | + | |
| - | \\ | + | |
| - | Auf der Platine arbeiten wir normalerweise stets im Zweileitersystem. Das Chassispotenzial | + | |
| - | Auf der Platine stellt unser größtes | + | |
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| - | Obige Abbildung zeigt die sternförmige Masseverteilung unserer BLDC Motorendstufe. Direkt am Stecker der Leistungselektronik wird der Sternpunkt definiert von welchem aus die Masse in die einzelnen Zonen verteilt wird. Rechts im Bild ist die Umsetzung anhand eines Schaltplanausschnitt dargestellt. Die meisten Layoutprogramme unterstützen mehr als als eine Darstellung der Masse. Unterschieden wird meist zwischen analoger und digitalen Masse sowie dem Erdsymbol. In der Simulation ist dies jedoch meist nicht möglich, da es nur eine absolute Referenz geben kann auf welche sich alle Potenziale beziehen, den Spice- Null Knoten. Alle weiteren (realen) Referenzpunkte müssten gegebenenfalls in der Simulation über Induktivitäten entkoppelt und über Knotennamen beschriftet werden.\\ | ||
| - | Hilfreich ist es die Knoten der unterschiedlichen Massepunkte erst zum Ende des Layoutprozess zu verbinden, da das Programm andernfalls von identischen Potenzialen ausgeht womit keine Unterscheidung mehr möglich ist (siehe unten, lokale Masseführung) | ||
| - | |||
| === Lokale Masseführung === | === Lokale Masseführung === | ||
| {{: | {{: | ||
| - | Wie bereits zuvor gesehen gibt es besonders in leistungselektronischen Schaltungen Pfade mit getakteten Strömen, welche unsere besondere | + | Rückströme sollen möglichst |
| - | Aufmerksamkeit benötigen. Da wir eine Ausbreitung der Störungen auf weitere Schaltungsteile verhindern möchten ist es sinnvoll dem Rückstrom einen definierten Weg anzubieten. \\ | + | |
| - | + | ||
| - | Das Beispiel zeigt die lokale Auftrennung der Massesysteme so, dass der Freilaufstrom durch die Diode gezwungen wird sich lokal zu schließen. Besser gesagt zwingen wir ihn nicht dazu, da die beiden Massesysteme ja wieder | + | |
| === Masseflächen === | === Masseflächen === | ||
| - | Durch den zwischenzeitlichen sehr günstigen [[https:// | + | Moderne PCBs nutzen großflächige Masseflächen zur Verbesserung der EMV. Ziel ist es, Rückströme |
| - | Heute hat sich hinsichtlich der EMV die Erkenntnis durchgesetzt sämtliche freien Flächen mit der Masse (besser dem Rückleiter | + | Empfehlung: |
| - | Nachfolgende Abbildung zeigt eine typische Platine im Vergleich mit und ohne Masseflächen. | + | - Rückleiter |
| + | - Danach Flächen auffüllen | ||
| + | - Viele Vias zur Verbindung | ||
| {{ : | {{ : | ||
| - | Ich empfehle allerdings stets den Rückleiter zuerst mit Traces auszubilden und sich nicht auf die folgende Massefläche zu verlassen. Um eine möglichst niederohmige Massefläche zu erhalten sollten bei industriell gefertigten Leiterplatten möglichst viele Verbindungen | + | Achtung: Bei offenen Induktivitäten |
| - | {{: | + | === Abbiegende Traces === |
| - | Das Ziel der großflächigen Masse basiert darauf den Rückstrom geometrisch möglichst nahe am Leiter zu führen. Dabei hilft uns, dass die Rückströme gewillt | + | {{: |
| - | Für Platinen mit mehr als zwei leitfähigen Lagen (Multilayer) wird meist eine komplette Lage der Masse gewidmet und zusätzlich frei Flächen mit Masse aufgefüllt in allen Lagen. Man erhält damit eine Art Schirmung, zu mindestens für die innenliegenden Leiterbahnen. | + | 45°-Winkel |
| - | Schön zu sehen ist dieses Verhalten in der Simulation zur Eindrahtleitung für Frequenzen > 100MHz. Die Flächenfarben zeigen den Stromfluss unterhalb der Leitung welche 5cm über einer leitfähigen Tischoberfläche angebracht wird. \\ | + | - geringere Impedanzsprünge |
| - | Es wäre theoretisch auch möglich anstatt mit Masse, mit dem Versorgungspotenzial zu füllen. Allerdings existieren in den Schaltungen natürlich meist mehrere unterschiedliche Potenziale und es wäre hinsichtlich auftretender Kurzschlüsse ziemlich unhandlich.\\ | + | - bessere HF-Eigenschaften |
| - | \\ | + | |
| - | Fragen Sie einen EMV-Ingenieur nach einer speziellen Maßnahmen für das gegebene Problem wird er vermutlich sagen: Kommt darauf an ..... Das bedeutet alle hier aufgestellten Regeln sind Hinweise welche die EMV in Summe verbessern aber alleine meist nicht der Weisheit letzten Schluss darstellen. Die Massefläche ist ein schönes Beispiel: Im Allgemeine wie beschrieben eine gute Idee. Allerdings auch hier stets kritisch hinterfragen. Bei offenen Spulen | + | |
| - | möchten wir natürlich nicht, dass das Magnetfeld in die unterliegende Massefläche einkoppelt. Hier ist ist es besonders wichtig nicht mit gestückelten Masseflächen Schleifen unter der Spule aufzuspannen. | + | |
| - | === Abbiegende Traces === | + | Für typische Designs |
| - | Um abbiegende oder abknickende Leiterbahnen ranken sich viele Mythen. Der Einfluss auf die EMV wird meist überschätzt. Fakt ist, die Zeiten halbkreisförmiger bzw. bogenförmiger Abbiegungen sind vorbei. Diese stammen noch aus der Zeit als Leiterbahnen von Hand aufgeklebt wurden. Bei der Erstellung der nachfolgenden Beispiele konnte ich in KiCAD die Einstellung dazu auf die Schnelle gar nicht finden. | + | |
| - | {{: | + | |
| - | Es verbleiben somit 90° und 2x45° Winkel. Durchgesetzt haben sich die 45° Winkel. Dabei ergeben sich folgende Vorteile. Liegt die Signallaufzeit der Signale in der Größenordnung der Laufzeiten auf der Leiterkarte können sich natürlich auch hier Reflexionen ausbilden. Das bedeutet wir müssen auch die Leiterbahnen mit dem Wellenwiderstand abschließen. Die allermeisten Layoutprogramme haben mittlerweile kleine Berechnungsprogramme integriert welche für uns den Wellenwiderstand der Traces berechnen. Basis dazu sind die Maxwellschen Gleichungen welche sich für unsere hier zweidimensionalen Probleme auf der Leiterkarte geschlossen lösen lassen. Bei jeder Abbiegung der Leiterbahn erzeugen wir jedoch eine Inhomogenität des Wellenwiderstandes welche sich mit Hilfe der 45° Bögen reduzieren lassen. Vermutlich wäre für diesen Fall ein runder Bogen die besser Wahl. Ich hoffe Sie erinnern sich, 300MHz entspricht einer Wellenlänge von 1m. Das bedeutet unsere Signale müssen schon sehr schnell sein (>1GHz) damit wir uns darüber Gedanken machen müssen. \\ | + | |
| - | Es hält sich auch die Überlieferung, | + | |
| - | Somit verbleibt nur noch vermutlich der am häufigsten verwendet Grund für 45° Winkel: Es sieht einfach professioneller aus! | + | |
| === Ungenutzte Pins === | === Ungenutzte Pins === | ||
| {{: | {{: | ||
| - | In manchen Fällen kann es vorkommen, dass integrierte Schaltkreise mehr Funktionalität bieten als notwendig. Typischerweise bei binären Schaltkreisen oder Operationsverstärkern. Obwohl nicht verwendet, | + | Ungenutzte Eingänge dürfen nicht „floating“ bleiben. Sie sollten |
| - | \\ | + | |
| - | \\ | + | |
| === Software === | === Software === | ||
| - | Es hört sich vielleicht merkwürdig an, aber auch Software kann einen kleinen Teil zur EMV beitragen. Über die Software wird in vielen Fällen die Taktfrequenz leistungselektronischer Systeme oder Übertragungsraten eingestellt. Ok, die Vorgabe der Frequenz erfolgt in der funktionalen Entwicklung, | + | |
| - | * verschiedene | + | Auch Software kann EMV beeinflussen: |
| - | * falls funktional möglich ein Spread-Spektrum | + | * Anpassbare |
| - | * Bei ungenutzten Pins die internen | + | * Spread-Spectrum-Verfahren |
| - | \\ | + | * Interne |
| ===== 13.0 ESD und Blitzentladungen ===== | ===== 13.0 ESD und Blitzentladungen ===== | ||
| Zeile 1986: | Zeile 1968: | ||
| ==== Schutz vor Überspannungen ==== | ==== Schutz vor Überspannungen ==== | ||
| - | Es gibt mehrere Möglichkeiten sich gegenüber Überspannungen zu schützen. Meist ist eine Maßnahme | + | Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich gegenüber Überspannungen zu schützen. Meist ist eine einzelne |
| === Gasableiter === | === Gasableiter === | ||
| {{: | {{: | ||
| - | [[https:// | + | [[https:// |
| + | Der Aufbau entspricht im Wesentlichen einem kleinen Plattenkondensator, bei dem ab dem Überschreiten der Durchbruchspannung eine gezielte Entladung stattfindet. Die Ansprechspannung, ab der sich eine Entladung ausbildet, kann über das eingesetzte Gas (z.B. Stickstoff oder Edelgase wie Neon, Argon) und den Druck im Inneren | ||
| === Varistoren === | === Varistoren === | ||
| - | [[https:// | + | [[https:// |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Die Kennlinie gehört zu einem Varistor der typischerweise zum Schutz einer Anwendung am 230V Versorgungsnetz eingesetzt wird. Zu beachten ist, dass bereits bei der Netzspannung ein geringer Ableitstrom fließen kann. Mit steigender Spannung nimmt der Widerstand des Ableiters | + | Die Kennlinie gehört zu einem Varistor, der typischerweise zum Schutz einer Anwendung am 230-V-Versorgungsnetz eingesetzt wird. Zu beachten ist, dass bereits bei der Netzspannung ein geringer Ableitstrom fließen kann. Mit steigender Spannung nimmt der Widerstand des Varistors |
| - | Das bedeutet, wir müssen uns nach unserem | + | Das bedeutet, wir müssen uns nach dem Grobschutz |
| === Dioden === | === Dioden === | ||
| - | Dioden | + | Dioden |
| - | [[https:// | + | [[https:// |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Die Abbildung zeigt ein Ausschnitt aus dem Datenblatt | + | Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt aus dem Datenblatt |
| - | * 10,0V -> 15µA | + | * 10,0 V -> 15 µA |
| - | * 11,1V - 12,3V -> 5mA | + | * 11,1 V – 12,3 V -> 5 mA |
| - | Zu beachten ist, dass TVS Diode eine relativ hohe Kapazität | + | Zu beachten ist außerdem, dass TVS-Dioden |
| === Gestaffelter Schutz === | === Gestaffelter Schutz === | ||
| - | Ein gestaffelter | + | Ein gestaffelter |
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| - | Ein Problem bleibt | + | Ein Problem bleibt |
| \\ | \\ | ||
| - | Abschließend ein Beispiel der Firma Wago welche | + | Abschließend ein Beispiel der Firma Wago, bei dem die gesamte |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Die Schutzbeschaltung ist ausgelegt | + | Die Schutzbeschaltung ist zum Schutz von 24-V-DC-Versorgungsmodulen gegenüber Überspannungen nach DIN EN 61643-21 |
| - | + | ||
| - | Achten Sie doch einfach beim nächsten Einkauf im Baumarkt oder Aldi darauf welche Schutzelemente in Mehrfachsteckdosen mit integriertem Überspannungsschutz verbaut sind. Vielleicht ist ein Hinweis auf dem Typenschild zu finden. | + | |
| + | Achten Sie beim nächsten Einkauf im Baumarkt oder Discounter darauf, welche Schutzelemente in Mehrfachsteckdosen mit integriertem Überspannungsschutz verbaut sind. Oft finden sich entsprechende Hinweise auf dem Typenschild. | ||
| ===== 14.0 Automotive EMV ===== | ===== 14.0 Automotive EMV ===== | ||
| - | Auch Fahrzeuge benötigen eine Art CE-Kennzeichen. Allerdings sprechen wir dann von der Straßenzulassung oder Homologation. Obwohl EMV-Grenzwerte vorgegeben sind setzten | + | Auch Fahrzeuge benötigen eine Art CE-Kennzeichen. Allerdings sprechen wir dann von der Straßenzulassung oder Homologation. Obwohl EMV-Grenzwerte vorgegeben sind, setzen |
| - | Aufgrund der hohen Elektronikdichte im Fahrzeug natürlich auch nicht weiter verwunderlich, | + | Aufgrund der hohen Elektronikdichte im Fahrzeug |
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| - | Während des Entwicklungsprozess | + | Während des Entwicklungsprozesses |
| - | Ob die Komponente allen Anforderungen genügt zeigt sich allerdings erst bei der EMV-Prüfung im Fahrzeug. Hier wird explizit danach gesucht ob die Emissionen der Komponente Funksignale beeinflussen können. Dazu wird zum Beispiel die Störspannung am Ausgang der verschiedenen Antennenverstärker bei aktiver Komponente gemessen. Wie wir im späteren Verlauf des Kapitels sehen werden kann es leider vorkommen, dass eine Komponente im Fahrzeug auffällig | + | Ob die Komponente allen Anforderungen genügt, zeigt sich allerdings erst bei der EMV-Prüfung im Fahrzeug. Hier wird explizit danach gesucht, ob die Emissionen der Komponente Funksignale beeinflussen können. Dazu wird zum Beispiel die Störspannung am Ausgang der verschiedenen Antennenverstärker bei aktiver Komponente gemessen. Wie wir im späteren Verlauf des Kapitels sehen werden, kann es leider vorkommen, dass eine Komponente im Fahrzeug auffällig |
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| - | Nachfolgende Abbildung zeigt eine Messung der leitungsgebundener | + | Nachfolgende Abbildung zeigt eine Messung der leitungsgebundenen |
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| - | Die Grenzwerte sind nicht für den gesamten Frequenzbereich definiert, lediglich im Bereich der Arbeitsfrequenz | + | Die Grenzwerte sind nicht für den gesamten Frequenzbereich definiert, |
| Hier wird nur beispielhaft auf die leitungsgebundene Emission eingegangen. Für die gestrahlte Emission wird in gleicher Weise vorgegangen. | Hier wird nur beispielhaft auf die leitungsgebundene Emission eingegangen. Für die gestrahlte Emission wird in gleicher Weise vorgegangen. | ||
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| ==== Leitungsverbindungen im Fahrzeug ==== | ==== Leitungsverbindungen im Fahrzeug ==== | ||
| - | Wie bereits in den vorangegangenen Kapiteln gesehen spielen Leiterverbindungen in der EMV ein große Rolle. Sie verbreiten die Emissionen nicht nur wie eine Antenne sondern führen leitungsgebundene Störströme direkt zu benachbarten Geräten. Die Störausbreitung muss nicht nur auf der Versorgungsleitung erfolgen, sondern kann sich aufgrund von Überkopplungen zu benachbarten Leitern im Kabelbaum auf beliebigen | + | Wie bereits in den vorangegangenen Kapiteln gesehen, spielen Leiterverbindungen in der EMV eine große Rolle. Sie verbreiten die Emissionen nicht nur wie eine Antenne, sondern führen leitungsgebundene Störströme |
| - | Nachfolgende Abbildung zeigt für das Beispiel eines zehnadrigen | + | Nachfolgende Abbildung zeigt für das Beispiel eines zehnadrigen |
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| - | Mir geht es nicht darum den exakten Verlauf | + | Es geht hier nicht darum, den exakten Verlauf zu analysieren, sondern die Varianz |
| - | Dazu wird der Fahrzeugkabelbaum | + | Dazu wird der Kabelbaum |
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| - | Führen wir jetzt unseren | + | Führen wir nun einen ersten Versuch mit diesem |
| Wir vergleichen dabei die Messwerte für den Gleichtaktstrom in dBµA: | Wir vergleichen dabei die Messwerte für den Gleichtaktstrom in dBµA: | ||
| - | * Aufbau analog | + | * Aufbau analog |
| - | * Aufbau im Fahrzeug, Störstrommessung direkt an der Komponente (close to the DUT) | + | * Aufbau im Fahrzeug, Störstrommessung direkt an der Komponente („close to the DUT“) |
| - | * Aufbau im Fahrzeug, Störstrommessung am Verbraucher (Bild links b, far end of the harness) | + | * Aufbau im Fahrzeug, Störstrommessung am Verbraucher (Bild links b, „far end of the harness“) |
| {{ : | {{ : | ||
| - | Bereits auf den ersten Blick zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen der Messung im klassischen Laboraufbau mit der Netznachbildung und dem Fahrzeugkabelbaum. Die Leitungsresonanzen | + | Bereits auf den ersten Blick zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen der Messung im klassischen Laboraufbau mit Netznachbildung und dem realen |
| - | Diese erste einfache Messung | + | Diese einfache Messung |
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| - | Nachfolgende | + | Die nachfolgende |
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| - | Die schwarze Kennlinie zeigt die standardisierte Eingangsimpedanz bei der Verwendung von zwei Netznachbildungen. Im differenziellen Pfad ergibt sich eine Serienschaltung mit 100Ω, für die Gleichtaktimpedanz eine Parallelschaltung | + | Die schwarze Kennlinie zeigt die standardisierte Eingangsimpedanz bei der Verwendung von zwei Netznachbildungen. Im differenziellen Pfad ergibt sich eine Serienschaltung mit 100 Ω, für die Gleichtaktimpedanz eine Parallelschaltung |
| <WRAP center round important 60%> | <WRAP center round important 60%> | ||
| - | * Je je mehr Adern sich im Kabelbaum befinden, desto weniger ausgeprägt sind die Resonanzstellen! | + | * Je mehr Adern sich im Kabelbaum befinden, desto weniger ausgeprägt sind die Resonanzstellen! |
| - | * Gleichtaktimpedanzen sind von diesem Effekt | + | * Gleichtaktimpedanzen sind von diesem Effekt |
| </ | </ | ||
| - | Der erste Effekt | + | Der erste Effekt |
| - | + | Für die Praxis besonders relevant | |
| - | Für uns hauptsächlich von Interesse | + | Im direkten Vergleich |
| - | Im direkten Vergleich | + | |
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| - | Versuchen | + | Zur Verallgemeinerung betrachten |
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| - | Im Teilbild | + | Bei dominanter Gleichtaktstörung (Bild c) ist der Störstrom im Fahrzeug |
| - | \\ | + | Bei dominanter |
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| - | Ob wir also bei der Fahrzeugmessung | + | Ob Probleme |
| - | [[https:// | + | |
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| - | Nachfolgende Tabelle fasst die zuvor hergeleiteten | + | Die wesentlichen |
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| - | In vielen Fällen sind die Emissionen im Fahrzeug kleiner als die ermittelten Werte im Labor. Dies liegt daran, dass oft längere Kabelbäume mit einer hohen Adernanzahl zum Einsatz kommen und dadurch die Resonanzpunkte nicht mehr ausgeprägt sind. Besonders die Resonanzen der Gleichtaktimpedanz werden innerhalb der Kabelbündels stark gedämpft. Damit verbleibt das Problem für diese Art Kabelbäume hauptsächlich dann, wenn die Gegentaktstörungen die Gleichtaktstörungen dominieren. In den vorhergehenden Kapiteln haben wir gesehen, dass in vielen Fällen jedoch die Gleichtaktemission dominant ist, womit sich das Problem noch weiter reduziert. Kritisch zu bewerten sind demnach generell kurze Leitungen (1-2m) welche nicht innerhalb eines Bündels laufen. Hier kann es zur Anhebung sowohl von Gleich- als auch Gegentaktströmen kommen. \\ | ||
| - | Die Eingrenzung der Fälle spiegelt sich auch mit den Erfahrungen aus dem EMV-Labor: Die Problematik höherer Emissionen im Fahrzeug als in der Komponentenmessung kann vorkommen, allerdings nur in einer geringen Anzahl an untersuchten Systemen. Mit den hergeleiteten Ergebnissen sind wir in der Lage eine Aussage darüber zu Treffen ob unsere Komponente betroffen sein wird oder nicht. | ||
| + | In vielen Fällen sind die Emissionen im Fahrzeug geringer als im Labor. Ursache sind längere Kabelbäume mit vielen Adern, wodurch Resonanzen gedämpft werden – insbesondere im Gleichtakt. Kritisch bleiben Fälle mit dominanter Gegentaktstörung sowie kurze, nicht gebündelte Leitungen (1–2 m).\\ | ||
| + | Diese Einschätzung deckt sich mit praktischen Erfahrungen aus dem EMV-Labor: Probleme im Fahrzeug treten auf, sind jedoch vergleichsweise selten. Mit den dargestellten Zusammenhängen lässt sich jedoch frühzeitig abschätzen, | ||
professoren_webseiten/rebholz/emv.1776801256.txt.gz · Zuletzt geändert: 2026/04/21 19:54 von hrebholz
